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Mal einem Delir begegnet? Umgang mit akuter Verwirrtheit

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Bei Menschen im Delir vermischen sich Illusion und Realität. Gerade nahe Angehörige spielen dann eine bedeutende Rolle: Sie können Veränderungen besser feststellen und zur Re-Orientierung beitragen, weil sie den Erkrankten und seine Gewohnheiten kennen. Dieser medizinische Notfall ist behandelbar.

Eben noch lag er mit geschlossenen Augen auf dem Bett. Plötzlich sitzt er auf der Kante und weist mit zittriger Hand auf den Hügel vor dem Spital. Die Abendsonne beleuchtet die bunte Farbenpracht der Magerwiese: «Wir wollten doch Skifahren gehen, heute?» Das Frühstück sei lecker gewesen und habe ihn gestärkt. So ein Rührei gäbe eben schon Kraft, meint er noch. Auf dem Tisch neben ihm steht eine längst erkaltete Suppe. Nicht angerührt. Früher liebte er Suppe. Und er fand Eierspeisen stets sehr überbewertet.

Verschiedene Gesichter

Ein Delir zeigt sich mit unterschiedlichen Symptomen. Mal ist der Patient hyperaktiv: unruhig, zappelig, hat häufig Halluzinationen, gefährdet sich durch Selbstverletzung. Das Gegenteil wäre dann die Hypoaktivität, wenn er lethargisch, teilnahmslos und ruhig wirkt. Und dann gibt es Mischformen. Folglich sind gerade vertraute Angehörige wichtig bei der Erkennung eines Delirs. So sollten sie Aufmerksamkeits- und Kognitions-Störungen unbedingt dem medizinischen Personal melden.

Früherkennung bei 70jährigen

Bei Menschen ab 70 Jahren steigt die Wahrscheinlichkeit, an einem Delir zu erkranken. Auch der Aufenthalt auf der Intensivstation oder eine Demenz erhöhen das Erkrankungsrisiko. Depression und mangelhafte Ernährung oder geringe körperliche Aktivität etwa begünstigen es zusätzlich. Sind diese Fakten alle erkannt, lässt sich ein mögliches Delir frühzeitig erkennen. Aus diesem Grund erhalten entsprechende Patienten ein Screening.

Unterstützung durch Angehörige

Nun hat er sich wieder hingelegt; wirkt aber noch immer unruhig und zappelig. Ist er gar ansprechbar? Wie kann ihm geholfen werden? – Der Patient braucht nun Ruhe. Möglichst wenig Reizeinflüsse von aussen. Nebengeräusche wie piepsende Geräte stören. Viel Tageslicht und nachts dann Dunkelheit, das hilft. Eng befreundete Menschen, welche ihn sanft begleiten, fördern die Genesung. Ganz anders als grosser Publikumsaufmarsch. Es braucht eine sanfte Aufmerksamkeit seitens Angehörigen und medizinischem Personal. Dieses entscheidet auch, ob eine begleitende Medikation sinnvoll ist.

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