Gewalt
150 SBB-Kondukteure wurden tätlich angegriffen

Die Gewalt gegen SBB-Kondukteure nimmt ab. «2010 wurden weniger als 150 Vorfälle registriert, während die Zahl der von den SBB beförderten Passagiere neuerlich angestiegen ist», sagt SBB-Sprecher Reto Kormann.

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Ein Kondukteur kontrolliert in einem InterCity der SBB die Billete der Fahrgäste (Archiv)

Ein Kondukteur kontrolliert in einem InterCity der SBB die Billete der Fahrgäste (Archiv)

Keystone

2009 war es 200-mal zu Übergriffen auf das Zugpersonal gekommen, ein Jahr zuvor 240-mal. Zu den Übergriffen zählen Drohungen und Belästigungen sowie auch Tätlichkeiten, bei denen Waffen eingesetzt werden.

Solche Übergriffe gelten als Offizialdelikte und werden von Amts wegen verfolgt, sagt Kormann.

Er erklärt die Abnahme der Übergriffe damit, dass die SBB-Transportpolizei ihre Einsatztaktik laufend anpasse. «Wir haben beispielsweise festgestellt, dass wir insbesondere am Samstag- und Sonntagmorgen den Frühzügen ein besonderes Augenmerk schenken müssen.» Zudem habe sich die Doppelbegleitung durch Zugpersonal bewährt. «Wir sind erfreut, dass die Zahl gesunken ist», sagt Peter Moor von der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) gegenüber der Zeitung «Sonntag».

«Wir sehen darin auch einen Erfolg unserer Hartnäckigkeit, das Thema gemeinsam mit den SBB anzupacken.» Besonders schwierig seien für Kondukteure aber nach wie vor Fahrten nach Sportanlässen oder Konzerten, bei denen Gruppen alkoholisierter Personen unterwegs seien. «Auch die unbefriedigende Situation mit den Nachtzuschlägen macht die Situation nicht leichter.»

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