Verkehr

20 000 Stunden im Stau: Leuthard plant Massnahmen, Astag will mehr

Die Schweizer verbringen viel Zeit im Stau

Die Schweizer verbringen viel Zeit im Stau

Der Strassenverkehr nimmt weiter zu. Und damit auch die Staus. Über 20 000 Stunden standen Schweizer Auto- und Lastwagenfahrer letztes Jahr in Staus. Ein Rekord, der Bund plant jetzt Massahmen. Doch dem ASTAG geht das zu wenig weit.

Auf den schweizerischen Nationalstrassen sind im vergangenen Jahr 26,39 Milliarden Kilometer zurückgelegt worden. Das sind 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Staustunden erhöhten sich um 3,4 Prozent auf 20'596 Stunden.

Drei Viertel dieser Staustunden wurden durch Verkehrsüberlastungen verursacht, wie aus den Verkehrsflusszahlen hervorgeht, welche das Bundesamt für Strassen (ASTRA) am Montag publizierte. Rückläufig waren Staus wegen Unfällen und Baustellen. Unfallbedingte Staus reduzierten sich um 4, baustellenbedingte Staus um 12 Prozent.

Rekord-Stau in der Schweiz

Rekord-Stau in der Schweiz

Wie das ASTRA mitteilt, sollen Staus bei Baustellen noch besser verhindert werden. Etwa mit Nachtarbeit, Ersatzfahrbahnen oder Hilfsbrücken. Es macht zudem darauf aufmerksam, dass, obwohl die Nationalstrassen nur rund 2,5 Prozent des Schweizer Strassennetzes ausmachen, diese 42,7 Prozent des Verkehrs zu bewältigen haben.

Mit dem Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) will der Bundesrat wegen der wachsenden Mobilität, der steigenden gesellschaftlichen Ansprüchen und der volkswirtschaftlichen Bedeutung die Finanzierung des Strassennetzes langfristig sichern. Bundesrätin Doris Leuthard präsentierte am Montag auf der Baustelle beim Abschnitt Härkingen-Wiggertal, was unternommen wird.

Die Erweiterung ist Teil der ersten Programmbotschaft Engpassbeseitigung. In einer zweiten Phase beantragt der Bundesrat dem Parlament Mittel, um die neuralgische Stellen bei Crissier, zwischen Genf Flughafen - Le Vengeron, Luterbach - Härkingen und Andelfingen - Winterthur zu entlasten.

2014 investiert der Bund 1,95 Milliarden Franken ins Nationalstrassennetz.

ASTAG fordert raschen Ausbau der Strasseninfrastruktur

Der Nutzfahrzeugverband, die ASTAG, ist über die neuesten Staudaten des Bundes für 2013 nicht erstaunt. «Die anhaltende Zunahme ist Ausdruck des zögerlichen politischen Willens, die Strassen nun endlich bedarfsgerecht auszubauen», meint die ASTAG.

Zudem sei der Strassenausbau während Jahren verschlafen worden. «Es fehlt auf dem gesamten Netz an Kapazitäten. Umso wichtiger ist eine rasche und umfassende Modernisierung des Schweizer Strassennetzes.»

Der geplante Nationalstrassen- und Agglomerationsfonds sei dazu allerdings der falsche Weg. Zu einseitig liege hier der Fokus auf Mehreinnahmen und Abgabenerhöhungen. Stattdessen fordert die ASTAG eine «faire Verkehrsfinanzierung». Die «Milchkuh-Initiative» weise der Politik hierzu den richtigen Weg.

Stauklassiker: Gotthardroute A2 zur Ferienzeit (Archiv)

Stauklassiker: Gotthardroute A2 zur Ferienzeit (Archiv)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1