Wahlen 2019

Frauenanteil im Nationalrat steigt auf 42 Prozent

Am Wochenende haben 84 Frauen den Sprung ins Parlament geschafft, rund 30 Prozent mehr als 2015. (Archivbild)

Am Wochenende haben 84 Frauen den Sprung ins Parlament geschafft, rund 30 Prozent mehr als 2015. (Archivbild)

Der Frauenanteil im Nationalrat ist um rund 30 Prozent gestiegen. Wurden 2015 noch 64 Nationalrätinnen gewählt, waren es dieses Jahr 84. 1971, im Jahr der Einführung des Frauenwahlrechts, gab es 11 Nationalrätinnen.

1975, als zum zweiten Mal Frauen in den Nationalrat gewählt wurden, schafften es dann 15 in die Volksvertretung mit 200 Köpfen.

2019 ist der Frauenanteil überdurchschnittlich gestiegen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) aufzeigt. Er liegt im Nationalrat neu bei 42,0 Prozent gegenüber 32 Prozent in der auslaufenden Legislatur. Das ist in Prozentpunkten ein weit stärkerer Anstieg als im Durchschnitt der letzten Wahlen.

Der Zahl der Frauen im Parlament stieg seit den Eidgenössischen Wahlen 2003 um jeweils 3 bis 4 Prozentpunkte. Nur 2011 wurde eine Frau weniger gewählt als in der vorangegangenen Legislatur. Bereits vor vier Jahren hatte der Frauenanteil mit sechs Sitzen so stark zugelegt wie seit 1995 nicht mehr.

"Frauen haben gewonnen"

Zu verdanken ist der Quantensprung beim Frauenanteil im Nationalrat nach Auffassung der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen (EFK) auch dem Frauenstreik vom Juni. Wie Kommissionspräsidentin Yvonne Schärli am Montag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte, hat sich der Einsatz für das Frauenthema auf breiter Ebene gelohnt, endlich seien Frauen in der Schweizer Politik besser vertreten.

Die Kommission habe seit März 2018 mit der überparteilichen Kampagne "halbe-halbe" auch die Basis mobilisiert. Dass die Kampagne gewirkt hat, zeigt laut Schärli auch der Frauenstreik, an dem sich alle grossen Frauendachverbände beteiligt haben. Laut Schärli konnte das Thema Frauen in der Politik dadurch "in die Breite wachsen". Es sei nicht mehr nur als linke Thematik wahrgenommen worden.

Frauenanteil links und rechts erhöht

Dies widerspiegelt auch die Auswertung von Zahlen des BFS. Der Frauenanteil stieg im Vergleich zu den Wahlen 2015 links und rechts im politischen Spektrum. Satte 14,5 Prozentpunkte konnten die Frauen bei der FDP zulegen (von 21,2 auf 35,7 Prozentpunkte). Einen grossen Sprung konnte auch die SVP mit rund einem Drittel mehr gewählten Frauen verzeichnen (2015: 16,9 Prozentpunkte; 2019: 24,5 Prozentpunkte).

Mit rund einem Drittel stieg der Frauenanteil auch bei der Grünen Partei (von 45,5 auf 60,7 Prozentpunkte). Leicht stieg der Frauenanteil auch bei der SP (plus 6 Prozentpunkte) und der GLP (7,1 Prozentpunkte). Bei der CVP und EVP hingegen sank der Anteil Frauen um 5,3 respektive 33,3 Prozentpunkte.

EVP und SP mit zwei Drittel Frauen

Die SP hat gemäss BFS mit 25 Frauen gegenüber 14 Männern nach der EVP - diese hat zwei Nationalrätinnen und einen Nationalrat - prozentual den grössten Frauenanteil (64,1 Prozent). Dahinter folgen die Grünen, die 17 Frauen und elf Männer in den Nationalrat senden (Frauenanteil: 60,7 Prozent).

Bei den Grünliberalen ist das Bild mit je acht Sitzen pro Geschlecht ausgewogen. Bei den anderen bürgerlichen Parteien überwiegen die Männer. Lediglich 13 der 53 SVP-Nationalratsmitglieder sind Frauen. Das ergibt einen Frauenanteil von 24,5 Prozent. Die FDP sendet 18 Männer und 10 Frauen (35,7 Prozent Frauenanteil) nach Bern.

4652 Männer und Frauen hatten für einen der 200 Nationalratssitze kandidiert. Der Frauenanteil lag bei 40 Prozent. Die Zahlen beziehen sich auf jene 22 Kantone, in denen es ein Anmeldeverfahren für Kandidierende gab.

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