Gemeindeversammlung

Ängste wegen Grossprojekten

Unbestritten: Der Verkauf der Landparzelle im Gebiet des ehemaligen Knabenheims in Oberbipp. (knr)

Oberbipp Projekte

Unbestritten: Der Verkauf der Landparzelle im Gebiet des ehemaligen Knabenheims in Oberbipp. (knr)

Die Bevölkerung von Oberbipp ist verunsichert. An der Gemeindeversammlung kamen Ängste wegen der geplanten Grossprojekte der Sauerkrautfabrik Schöni AG und der Volg AG auf. Der Gemeinderat verspricht eine detaillierte Orientierung.

Kurt Nützi

Das einzige Geschäft - der Verkauf einer Landparzelle für ein Einfamilienhaus im Gebiet des ehemaligen Knabenheims an ein junges Paar - war an der Gemeindeversammlung in Oberbipp unbestritten. Mehr Interesse zeigten die 80 (von 1102) Stimmberechtigten am Traktandum «Verschiedenes». Dort hofften sie, mehr über die zwei südlich der Oberbipper Umfahrungsstrasse geplanten Grossprojekte der Schöni AG im Gebiet «Santichlaus» und der Volg AG zu erfahren.

Vom Grossaufmarsch wurden Gemeindepräsident Rudolf Bieri (SVP) und seine Ratskollegen überrascht. Anstatt - wie üblich - in der Mehrzweckhalle fand die Gemeindeversammlung nämlich im Vereinszimmer im Gemeindehaus statt.

Der Gemeindepräsident informierte über den geplanten Frischdienst Oberbipp der Volg AG im Cholbenmoos. Von Oberbipp aus würden 350 Dorfläden täglich mit Frischprodukten wie Milch, Käse, Eier, Gemüse und Früchte bedient, sagte er. 150 Arbeitsplätze würden im Verteilerzenter entstehen. Ein Verkehrsaufkommen von maximal 50 Lastwagen pro Tag entstünde. Der Gemeinderat besuchte kürzlich in Winterthur ein ähnliches Verteilerzentrum, um sich einen Einblick in das zu Erwartende zu erhalten.

Orientierung wird versprochen

Kritischere Voten wurden zum bedeutend grösseren Schöni-Projekt geäussert. Roland Engeler befürchtet, dass Oberbipp durch das Grossprojekt seinen ländlichen Charakter verliert. Er und Altgemeindepräsident Fritz Obi forderten eine lückenlose Orientierung über das Gross-projekt und ein mehrere Monate dauerndes Mitwirkungsverfahren. Arthur Mätzener verlangte eine ausserordentliche Orientierungsversammlung vor dem eigentlichen Mitwirkungsverfahren.

Rudolf Bieri wehrte sich für den eingeschlagenen Weg des Gemeinderates: «Wir treten erst an die Öffentlichkeit, wenn die Schöni AG ein uns überzeugendes Projekt vorlegt. Danach muss dieses dem Amt für Gemeinden und Raumordnung - dem AGR - in Bern mitsamt den Mitwirkungsbegehren der Oberbipper Bevölkerung vorgelegt werden.» Zuletzt könne der Souverän zur Umzonung und zum Verkauf ja oder nein sagen. Der Antrag wurde daraufhin zurückgezogen.

Walter Ischi, Präsident der Oberbipper FDP, forderte die 80 Stimmberechtigten auf: «Lasst den Gemeinderat in Ruhe arbeiten.» Arthur Mätzener beschloss die von Ängsten dominierte Diskussion: «Vergesst beim Planen die Lebensqualität der Oberbipper nicht.»

Die Volg AG würde das ganze Grundstück im Cholbenmoos für 130 Franken pro Quadratmeter kaufen und die gesamten Erschliessungskosten selber tragen. Bieri zum Volg-Projekt: «Es bringt uns steuerliche Vorteile und ist positiv für unsere Mehrwertabschöpfung. Der einzige Nachteil ist, dass Landwirtschaftsland verschwindet.»

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