Markthalle Bern

Aktivisten demonstrieren gegen Media-Markt-Filiale

Mehrere hundert Aktivisten haben am Donnerstagabend in Bern ihren Unmut über die Umnutzung der Berner Markthalle zum Ausdruck gebracht. Wo einst Bars und Restaurants die Berner anlockten, ist nun der Elektronik-Discounter Media Markt zuhause.

Kurz vor 17 Uhr wurde die Absperrung, die noch am Morgen dazu diente, die Schnäppchenjäger in Schach zu halten, zu einer Art Barrikade umgebaut. Wer in den neu eröffneten Media Markt hinein wollte, musste sich einer strengen Kontrolle unterziehen. Auf diese Weise sollte verhindert werden, dass sich Demonstranten Zutritt zum Media Markt verschaffen.

Eine halbe Stunde später hatten sich rund 200 Demonstranten unter dem Baldachin versammelt. Die Polizei war ebenfalls bereits vor Ort. Kurz nach 18 Uhr standen mehrere hundert Personen direkt vor dem Media Markt. Das Geschäft hatte mittlerweile die Tore geschlossen. Die Kunden mussten vorübergehend in der Filiale bleiben.

Demo gegen Mediamarkt-Eröffnung

Demo gegen Mediamarkt-Eröffnung

Das "Bündnis Inexistenter Partykapitalisten" hatte am Eröffnungstag dazu aufgerufen, vor der Markthalle eine Party zu feiern, die Filiale zu blockieren und massenhaft Elektroschrott abzuliefern. Doch der Discounter schloss die Tore, als die Aktivisten am frühen Abend nahten.

Diese warfen darauf Elektronikschrott, Eier und andere Gegenstände gegen die Schaufenster. Scheiben gingen zu Brüche. Die Polizei liess die Aktivisten etwa eine Stunde lang gewähren.

Scharmützel am Bahnhof

Dann versuchte sie die Kundgebung aufzulösen, indem Polizisten in Kampfmontur die Demonstrierenden vom Schauplatz des Geschehens wegtrieben. Anschliessend kam es zu Scharmützeln rund um den Bahnhof.

Die Berner Markthalle war seit Mai 2013 geschlossen. Zuvor war sie den Bernern als Gastrohalle mit elf Restaurants und vier Bars ans Herz gewachsen. Doch diese Nutzung habe nie rentiert, machten die Eigentümer 2013 geltend und kündigten allen Mietern.

Anschliessend wurde die Halle saniert. Schon als der Media Markt als neuer Mieter genannt wurde, gab es Kritik aus der Bevölkerung. Gewerbe und Gastronomie hätten immer weniger Platz in der Innenstadt, hiess es.

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