Er war kein Linker, wurde aber von vielen als solcher wahrgenommen. Vielleicht, weil er Miterfinder der Rasa-Initiative («Raus aus der Sackgasse!») war, mit der die Masseneinwanderungsinitiative der SVP hätte rückgängig gemacht werden sollen. Oder weil er sagte, das grösste Manko der schweizerischen Demokratie sei das fehlende Ausländerstimmrecht.

Andreas Auer ist, wie der Todesanzeige seiner Familie zu entnehmen ist, im Alter von 70 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorbne. Der gebürtige Büdner war ab 1980 Professor für Staatsrecht an der Universität Genf. 2008 wechselte er als Professor für Öffentliches Recht an die Universität Zürich, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2013 tätig war.

Gleichzeitig war er Gründungsdirektor des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA) und dort von 2008 bis Ende 2012 tätig. «Wir verlieren einen herausragenden Denker, einen brillanten Staatsrechtler, aber auch einen humorvollen und liebenswürdigen Kollegen», schreibt das ZDA.

Auer hatte für sich und sein Team in Anspruch genommen, in Aarau ein national und international schwer zu umgehender wissenschaftlicher Bezugspunkt in Demokratiefragen geschaffen zu haben. (uhg)