Coronavirus

Auch SP-Politiker fordern: «Kinder sollen schnellstmöglich wieder in die Schule»

Wann der Unterricht wieder in den Klassenzimmern stattfindet, ist unklar.

Wann der Unterricht wieder in den Klassenzimmern stattfindet, ist unklar.

Wie geht das Schuljahr weiter? Die Bildungsdirektoren haben wichtige Entscheide zu Noten und Zeugnissen gefällt. Auch SP-Bildungspolitiker pochen auf eine rasche Wiederaufnahme des Unterrichts.

Das Home Office organisieren, die Kinder betreuen und noch den Schulunterricht zu Hause gewährleisten - Eltern, die gerade an mehreren Fronten gefordert sind, fragen sich: Wann beginnt der reguläre Schulunterricht wieder?

Eine Antwort gibt es nicht. Sicher ist einzig: Mindestens bis am 19. April gibt es laut Bundesratsbeschluss keinen ordentlichen Unterricht. Was danach passiert, ist offen. Die Kantone planen in mehreren Szenarien, dazu gehört auch, dass die Schulhäuser bis Ende Mai geschlossen bleiben könnten.

Alles unklar also? Für eine gewisse Klarheit gesorgt haben gestern die Kantone. Um einen Flickenteppich zu verhindern, hat der Vorstand der kantonalen Erziehungsdirektorenkonferenz erste Massnahmen getroffen:

- 2019/20 gilt als vollwertiges Schuljahr – trotz Fernunterricht und unabhängig davon, was noch entschieden wird.

- Die Schülerinnen und Schüler erhalten Zeugnisse. In diesen wird vermerkt, dass zeitweise kein Präsenzunterricht stattgefunden hat. Ob es Noten gibt, könne man Stand heute noch nicht sagen, erklärt Silvia Steiner, Zürcher Regierungsrätin und Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz. Dies hänge davon ab, wie lange die Situation andauere. «Wenn es nicht möglich ist, gibt es keine Noten.» Über die genaue Ausgestaltung der Notengebung werden die Kantone einzeln entscheiden.

- Übertritte in die nächsthöhere Schulstufe sollen gewährleistet sein, ebenso der Übergang ins Berufsleben oder vom Gymnasium an die Universität. Man werde alles daran setzen, dass die Maturprüfungen in gewohntem Rahmen ablaufen können, sagte Steiner. Bezüglich Lehrabschluss wird das Verfahren zwischen Kantonen, Bund und Sozialpartnern noch geklärt.


SP-Politiker fordern raschen Schulbeginn nach dem 19. April

Möglichst rasch wieder mit der Schule beginnen: Das haben in den letzten Tagen - ob Zufall oder nicht - mehrere Bildungsdirektoren gefordert, die der SVP angehören. Der Partei, die auch eine rasche Lockerung der Zwangsmassnahmen für die Wirtschaft forderte.

Doch die Forderung wird auch von SP-Bundespolitikern auf Bundesebene getragen. So sagt die Heilpädagogin und Solothurner SP-Nationalrätin Franziska Roth: «Ich hoffe, der Schulbetrieb wird ab dem 19. April raufgefahren.» Notfalls könnte dies aus ihrer Sicht auch gestaffelt oder mit Hilfe des Zivildienst geschehen. Ausnahme wäre für sie, wenn sich die Epidemie verschlimmert. Roth sagt:

Je länger die Massnahme andauere, umso mehr öffnet sich die Bildungsschere: Das befürchtet Sandra Locher Benguerel. Die SP-Nationalrätin und Präsidentin des Bündner Lehrerverbandes hält dies für gefährlich. Und auch SP-Nationalrat Matthias Aebischer, selbst ausgebildeter Primarlehrer, wünscht sich einen raschen Schulbeginn.

«Momentan ist nicht der Zeitpunkt, Parteipolitik zu betreiben. Der Bundesrat muss entscheiden, Forderungen sind fehl am Platz», sagt er zwar. «Als Pädagoge ist für mich im Sinne der Chancengleichheit jedoch klar, dass die Schulen und auch die Tagesschulen so schnell wie möglich wieder aufgehen müssen».

«Dieser Monat muss eine Ausnahme bleiben»

Der aktuelle Zustand zementiere die Unterschiede zwischen Kindern, die zuhause viel Unterstützung erhielten und solchen aus familiären Konstellationen, bei denen das nicht möglich sei.

Sollte sich der Bundesrat gezwungen sehen, die Schulen über den 19. April hinaus geschlossen zu halten, braucht es laut Aebischer ein gemeinsames Unterstützungsprogramm von Bund und Kantonen: «Wir müssen insbesondere dafür sorgen, dass Kinder in sozial schwierigen Situationen geholfen wird.»

Für Aebischer ist klar: «So wie der Monat zwischen Ausrufung der ausserordentlichen Lage und dem Beginn der Frühlingsferien verlaufen ist, muss eine Ausnahme bleiben.»

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