Schienenverkehr
Auf dem SBB-Netz kommt es zu Verspätungen und Zugausfällen

Die Pendler müssen am ersten Arbeitstag nach den Weihnachtstagen Geduld haben: Wegen des Schnees und der Kälte kommt es auf dem SBB-Netz zu Verspätungen und Teilausfällen bei Zügen.

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Die SBB-Karte mit den Störungsmeldungen

Die SBB-Karte mit den Störungsmeldungen

Zur Verfügung gestellt
SBB-Verkehr ist wegen Kälte und Schnee gestört

SBB-Verkehr ist wegen Kälte und Schnee gestört

Twitter

Auf den Bahnhöfen eilten zwar weniger Pendler als an einem üblichen Werktag hin und her. An diesem Montag zwischen den Weihnachtstagen und Neujahr drängten sich aber mehr Personen als üblich in eines der windgeschützten Wartehäuschen. Denn der Fahrplan war gehörig aus dem Takt geraten: Es kam zu Verspätungen und Zugausfällen. Ein Pendler hielt auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter fest: «Winterschuhkauf hat sich gelohnt. Das Warten auf verspätete Züge bei eisiger Bise gut überstanden.»

Betroffen war insbesondere der Raum Zürich, wo praktisch alle S-Bahnen, sofern sie denn überhaupt fuhren, verspätet unterwegs waren. Aber auch in anderen Regionalverbünden und im landesweiten Fernverkehr waren ab Betriebsbeginn zahlreiche Ausfälle und Verspätungen zu verzeichnen.

Auf der SBB-Internetseite, auf der die aktuellen «Bahnverkehrsinformationen» aufgelistet werden, wurde etwa der Bahnhof Wallisellen aufgeführt, der nur «beschränkt befahrbar» sei (Stellwerkstörung). Auch zwischen Oberwinterthur und Seuzach blockierte ein Zug das Gleis. Es kam zu Verspätungen von bis zu 40 Minuten. Und am Bahnhof Opfikon wurde eine Beeinträchtigung vermeldet – als Grund nannte die SBB-Seite nur «Schneefall».

Die Liste aller Störungen und Verspätungen war gestern lang. Und sie änderte im Laufe des Vormittages ständig. Immer wieder kamen neue Meldungen hinzu; da funktionierte eine Barriere nicht, dort verzögerte ein technischer Defekt an einem Fahrzeug die Abfahrt. Die Folgen waren überall dieselben: «Es muss mit Verspätungen und Zugausfällen gerechnet werden», teilten die SBB immer wieder mit. Auf den Bahnhöfen im Raum Zürich wurden die Pendlerinnen und Pendler über die Lautsprecher informiert, dass der Grund für die Beeinträchtigungen bei Vereisungen der Bahnanlagen läge.
Die SBB seien wohl «eiskalt vom Schnee überrascht» worden, kritisierte ein Pendler auf Twitter. Das bisschen Winter, meinte ein anderer, mache den SBB schon zu schaffen. Es habe gestern nach der bislang kältesten Nacht dieses Winters auf dem Bahnnetz ziemlich geknarzt, räumte auch SBB-Sprecher Daniele Pallecchi ein. Das liege aber nicht an einer schlechten Planung: «Wir sind hervorragend gerüstet, wir beginnen jeweils bereits im Sommer mit den Wintervorbereitungen.» So würden etwa die landesweit rund 6800 Weichenheizungen überprüft und instand gestellt. Diese stellen sich automatisch ein und sollen verhindern, dass die Anlagen vereisen.

Machtlos gegen Physik

Die Winterkälte kann den Fahrzeugen und der Infrastruktur der SBB aber dennoch zusetzen. So können die tiefen Temperaturen, bei denen sich Materialien zusammenziehen, etwa zu einem Schienenbruch führen: Das sei physikalisch bedingt, da nütze auch die beste Vorbereitung im Sommer nichts, sagt Pallecchi.

Und er verweist auch auf den sogenannten «Flugschnee», der zu einem Problem werden kann: Unter schnellen Zügen sammelt sich Schnee an, der zu Eisklumpen gefriert. Diese Brocken können sich lösen, etwa durch die Erschütterungen beim Befahren einer Weiche. Läuft es unglücklich, fallen Eisstücke in die Weiche und blockieren sie. «Es gibt Sachen», sagt Pallecchi, «die man trotz bester Vorbereitung nicht verhindern kann.» Die Verspätungen seien natürlich trotzdem ärgerlich für die Kunden, «das bedauern wir sehr», so Pallecchi.

Und manchmal sind die SBB auch einfach Opfer der Umstände. So können bei Barrieren wegen der Kälte nicht nur die Motoren ausfallen, sodass diese nicht mehr geöffnet werden können und die Bahnstrecken damit geschlossen bleiben. Hin und wieder kracht auch ein Autolenker, der auf schneebedeckter oder eisiger Unterlage ins Rutschen gerät, in eine Barriere und legt so den Bahnverkehr lahm.

Auf der SBB-Internetseite heisst es denn auch ganz allgemein: «Schnee und Eis können trotz sorgfältiger Vorbereitung zu Verspätungen führen.» Ein Grund, der jetzt zwischen den Feiertagen aber noch nicht zum Tragen kommt, lautet auch: «Das Ein- und Aussteigen kann länger dauern als sonst, weil mehr Reisende unterwegs sind – an eisigen Wintertagen lassen nämlich viele Autofahrer ihre Wagen stehen und nehmen lieber den Zug.» Denn nicht nur auf dem Schienennetz, sondern auch auf dem Strassennetz kommt es witterungsbedingt natürlich zu Verspätungen. So hatten etwa am Sonntagabend zwei Unfälle zu kilometerlangen Staus am Gubrist geführt. Bis zu zwei Stunden Wartezeit waren die Folge.

Die meisten Störungen konnten im Verlaufe des Vormittags behoben werden.

Informationen, wo es im Pendlerverkehr aktuell zu Problemen kommen kann, finden Sie hier.

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