Regierungsrat

Bei der SVP ist Stocker der Favorit

Bei der Zürcher SVP sind noch vier Personen im Rennen um die Nomination für die Regierungsrats-Ersatzwahl am 29. November.

Das Quartett, das die parteiinterne Findungskommission gestern vorzeitig bekannt gegeben hat, besteht neben Nationalrat Jürg Stahl (Brütten) aus den drei Kantonsratsmitgliedern Ernst Stocker, Stadtpräsident von Wädenswil, Martin Arnold, Gemeindepräsident von Oberrieden, und Ursula Moor, Gemeindepräsidentin von Höri.

Der Kantonalvorstand entscheidet am kommenden Dienstag über die Vorschläge der Findungskommission. Bereits zwei Tage später werden die Delegierten der Zürcher SVP die definitive Nomination vornehmen.

Für Parteipräsident Alfred Heer gibt es schon jetzt einen Favoriten: der Wädenswiler Stadtpräsident Ernst Stocker (54). Von den vier Vorgeschlagenen verfüge er über die grösste politische Erfahrung. Dass Stocker, trotz Kantonsratspräsidium 2003/04, nicht im ganzen Kanton gleichermassen bekannt ist, würde die SVP «mit einem guten Wahlkampf wettmachen», betont Heer und gibt sich zuversichtlich, den Sitz von Rita Fuhrer, die aus gesundheitlichen Gründen zurücktritt, verteidigen zu können.

Die Ersatzwahl findet am 29. November statt. Diesen Termin hat der Regierungsrat inzwischen festgelegt, wie er gestern mitgeteilt hat. Ein zweiter Wahlgang würde am 31. Januar 2010 stattfinden.

SP stachelt GP gegen Bäumle an

Noch ist offen, wer alles antreten wird. Die Sozialdemokraten machen weiter Druck auf die Grünen, selber um den frei werdenden SVP-Sitz zu kämpfen und nicht auf den Grünliberalen Martin Bäumle zu setzen. Es sei «nicht nachvollziehbar, weshalb der Vorstand der Grünen Partei die Chance, mit einer eigenen Kandidatur soziale und ökologische Anliegen im Regierungsrat zu stärken, ungenutzt verstreichen lassen will», schreibt die Geschäftsleitung der SP des Kantons Zürich in einer Mitteilung.
Die Grünen entscheiden an einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung am kommenden Montag. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Basis den Antrag des Parteivorstandes zu Fall bringt, der vorsieht, dass die Grünen auf eine eigene Kandidatur verzichten, wenn die Grünliberalen mit Bäumle ins Rennen steigen. Der Dübendorfer Nationalrat hat übers Wochenende bekannt gegeben, dass er antritt.

Prelicz-Huber, Bänziger - oder?

Nachdem SP-Kantonalpräsident Stefan Feldmann gegenüber dieser Zeitung bereits festgehalten hatte, dass «ein bürgerlicher Kandidat wie Martin Bäumle»

für seine Basis «nur schwer zu schlucken» wäre (Ausgabe vom 12. September), doppelt die SP-Geschäftsleitung jetzt nach: Die Unterstützung «einer solchen Kandidatur» komme nicht in Frage. Dazu seien die Differenzen zwischen SP und GLP in Sozial-, Wirtschafts- und Finanzfragen einfach zu gross. Anders sehe es aber bei einer Kandidatur der Grünen Partei aus, so die SP-Führung.

In den Reihen der GP hat bisher Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber (Zürich) öffentlich Interesse angemeldet. Der frühere Präsident der SP der Stadt Zürich, Koni Loepfe, hat inzwischen den Namen der Winterthurer GP-Nationalrätin Marlies Bänziger ins Spiel gebracht. (wi)

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