Coronavirus

Bersets Plan: Präsenzunterricht an der Schule, Maskenpflicht im Freien

Alain Bersets Strategie: Wirtschaft und Schulen sollen weiterlaufen, das  Privatleben eingeschränkt werden.

Alain Bersets Strategie: Wirtschaft und Schulen sollen weiterlaufen, das Privatleben eingeschränkt werden.

Weiterhin Präsenzunterricht an den Schulen, dafür Einschränkungen für Familie, Kultur und Sport sowie Maskenpflicht auf der Strasse. Bundesrat Alain Bersets Coronaplan ist am Samstag an die Öffentlichkeit gelangt.

(wap) Die Massnahmen, die Bundesrat Alain Berset den Kantonsregierungen vorgelegt hat, wurden in der Nacht auf Samstag vom Blick veröffentlicht. In den Bereichen Sport, Kultur und Familie sind die vorgeschlagenen Einschränkungen weitgehend: Familien mit mehr als 15 Mitgliedern dürften sich nicht mehr treffen, Kontaktsportarten würden verboten, Proben und Konzerte von Chören und Sängern untersagt. Dazu käme die Maskenpflicht auf der Strasse, zumindest innerhalb des Siedlungsgebietes.

Die Wirtschaft soll dagegen sowenig wie möglich getroffen werden: Abgesehen von «Diskotheken und Tanzlokalen» dürften alle Betriebe weiter laufen. Auch der Präsenzunterricht an den obligatorischen Schulen wird nicht angetastet. Wer keine Möglichkeit hat, Home Office zu machen, soll mit Maske arbeiten. Stellt die Maske ein Sicherheitsrisiko, muss ohne gearbeitet werden. Die Vorschläge im Detail laut «Blick»:

  • Maskenpflicht im Freien (innerhalb des Siedlungsgebiets), in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen sowie am Arbeitsplatz, insofern die Maske dort kein Sicherheitsrisiko darstellt. Weiter gilt die Maskenpflicht auch beim Sport in Innenräumen sowie beim Sport im Freien, letzteres dann, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Befreit sind nur Personen mit medizinischem Dispens sowie Kinder unter zwölf Jahren.
  • Versammlungsverbot: An Familienfeiern wie Hochzeiten oder anderen privaten Anlässen dürfen nicht mehr als 15 Personen zusammenkommen, bei öffentlichen Veranstaltungen nicht mehr als 50. Ausgenommen davon sind einzig Parlamentssitzungen auf kommunaler, kantonaler und nationaler Ebene.
  • Tanzverbot und Sperrstunden ab 22 Uhr für die Gastrobetriebe. Dort dürfen nur noch vier Personen an einem Tisch sein. Diskotheken und Tanzlokale müssen schliessen.
  • Zugangsbeschränkungen in öffentlichen Innenräumen. In Läden darf nur eine Person auf vier Quadratmeter kommen, in Kinos und Theatern bleibt jeder zweite Sitz leer.
  • Verbot von Kontaktsport: Profi- und Kadersportler dürfen weiterhin normal spielen und trainieren, alle anderen nur unter bestimmten Auflagen: Zulässig sind nur noch Aktivitäten ohne Körperkontakt und mit weniger als 15 Teilnehmern.
  • Gesangsverbot für Chöre und Sänger ausserhalb des Profibereichs. Auch bei der Kultur gelten ausserhalb des Profi-Bereichs dieselben Regeln wie für Familienfeste: Für Proben und Auftritte gilt eine Obergrenze von 15 Personen, Proben und Auftritte von Sängern und Chören sind ganz untersagt. Im professionellen Bereich bleiben Proben und Auftritte mit Ausnahme von Chorkonzerten erlaubt. Für Sänger braucht es ein Schutzkonzept.
  • Weiterhin Präsenzunterricht an der obligatorischen Schule und der Sekundarstufe II, ab der 7. Klasse muss die Lehrperson eine Maske tragen. Fernunterricht an den weiterführenden Schulen.

Laut Einschätzung des Blick handle es sich bei den Vorschlägen um Maximalforderungen: Sie dienten demnach als eine Art Drohkulisse, um die Kantone dazu zu bringen, selbst aktiv zu werden.

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