Coronamassnahmen

Beschlagene Brillen und verborgene Pickel: Was Schülerinnen und Schüler über die Maskenpflicht sagen

In Luzern und dem Jura gilt Maskenpflicht für Gymnasiasten und Berufsschülerinnen.

In Luzern und dem Jura gilt Maskenpflicht für Gymnasiasten und Berufsschülerinnen.

Auf Luzern und Jura könnten weitere Kantone folgen und die Schutzmaskenpflicht an Gymnasien einführen. Wir fragten Schüler, was sie davon halten.

Nina: «Gut nachvollziehbar»

Nina Erni, bald in der 6. Klasse, Kantonsschule Beromünster.

Nina Erni, bald in der 6. Klasse, Kantonsschule Beromünster.

«Ich kann die Entscheidung über die Maskenpflicht gut nachvollziehen, da der weitere Verlauf der Covid-19-Pandemie nicht genau vorhersehbar ist. Meiner Meinung nach ist es richtig, Schutzmassnahmen einzuführen, auch wenn diese gewisse Einschränkungen bringen. Ich finde es wichtig, dass das Virus nicht plötzlich auf die leichte Schulter genommen wird und wir uns selbst und unsere Mitmenschen weiterhin schützen. Gerade in öffentlichen Institutionen wie der Schule ist das Tragen einer Maske sinnvoll, da viele Menschen aufeinandertreffen, welche ihrerseits neben der Schule viele weitere Kontakte haben.

Es wird sicherlich ungewohnt und möglicherweise ein wenig unangenehm sein mit einer Maske im Unterricht zu sitzen. Ich denke aber, wir können uns glücklich schätzen, dass wir überhaupt noch in unseren Klassen zur Schule gehen können und wir in der Schweiz im Gegensatz zu anderen Ländern kleine Fallzahlen haben. Wir können nur hoffen, dass sich die Umstände nicht verschlechtern und es bei so geringen Massnahmen wie der Maskenpflicht bleiben kann.»

Jill: «Vermisste Normalität"

Jil Hug, 16 Jahre, ab August  in der Klasse 2GC an der  Kantonsschule Wettingen.

Jil Hug, 16 Jahre, ab August in der Klasse 2GC an der Kantonsschule Wettingen.

«Ich muss zugeben, dass die Verlockung, einen zehnstündigen Schulalltag mit Maske zu verbringen, nicht sehr gross ist. Nicht nur das Atmen wird sich als schwieriger gestalten, auch das uneingeschränkte Kommunizieren und das Lächeln zwischendurch wird einem fehlen. Ich glaube kaum, dass man sich auch ausserhalb der Schule mit Freunden inklusive Maske treffen wird. Doch wenn die Maskenpflicht die Alternative zum Drittelklassenunterricht ist, welchen wir vor den Ferien getestet haben, befürworte ich die Maskenpflicht.

Ich vermisse den normalen Schulalltag nämlich sehr und würde gerne wieder mit der ganzen Klasse zur Schule gehen können. Da die Maskenpflicht in meinen Augen in geschlossenen Räumen sinnvoll ist und wenn wir damit nur schon einen kleinen Teil zur Besserung der aktuellen Situation erreichen kann, denke ich, kann man das auf sich nehmen. Wir alle wünschen uns möglichst schnell die Normalität zurück!»

Dina: «Weniger Gesichtspflege»

Dina Holz, 16 Jahre alt,  ab Herbst in der Klasse 2b  an der FMS Zug.

Dina Holz, 16 Jahre alt, ab Herbst in der Klasse 2b an der FMS Zug.

«An Schulen Maskenpflicht? Finde ich eine vernünftige Idee. Einige werden sich jetzt bestimmt denken, was für eine Streberin. Mir ist bewusst, dass eine Einführung der Maskenpflicht an Schulen bei vielen Schülern und Eltern für keine grosse Begeisterung sorgt. Doch ich bin der Ansicht, dass diese neue Regel ihren Sinn hat. Der erste Punkt dafür ist, dass man sich nun nicht mehr darauf achten muss, in den Ellenbogen zu niesen und zu husten.

Da bin ich bestimmt nicht die Einzige, die diese Vorsichtsmassnahme manchmal vergisst. Zweitens: Mit einer Maskenpflicht schützt man generell sich und andere. Klar, das ist die Standardaussage, aber trotzdem sollte man diese ernst nehmen. Wenn die Regel eh schon im öffentlichen Verkehr gilt, dann ist sie in der Schule auch sinnvoll. Und drittens hat so eine Maske auch noch einen netten Nebeneffekt: Sie ist ideal, um kleine Hautunreinheiten zu verdecken. Vielleicht zaubert es uns ja allen eine gewisse Erleichterung ins Gesicht, wenn wir dank der Maske ein paar Minuten weniger im Bad mit der Gesichtspflege verbringen müssen.»

Reto: «Macht wenig Sinn»

Reto Gmür (15) aus  Brunnadern SG; kommt nach den Ferien in die 3. Sek.

Reto Gmür (15) aus Brunnadern SG; kommt nach den Ferien in die 3. Sek.

«Ich kann mir den Schulalltag mit einer Schutzmaske nicht wirklich vorstellen. Als ich die Maske im ÖV tragen musste, habe ich gemerkt, wie anstrengend das Atmen mit der Zeit wird. Ich kann mir vorstellen, dass es mich und meine Mitschüler in der Kommunikation beeinträchtigen würde. Das Sprechen mit Maske ist schwierig, die Stimme wird gedämpft und es kann zu Missverständnissen kommen. Auch trifft man sich mit einigen Freunden in der Freizeit, wo man wiederum keine Maske anhat, wodurch das ganze Prinzip der Maskenpflicht in der Schule meines Erachtens wenig Sinn ergibt.

Die Masken werden nicht immer korrekt und mit desinfizierten Händen aufgesetzt und wahrscheinlich würde man pro Schultag immer dieselbe Maske verwenden, was eigentlich nicht Sinn der Sache ist. In den Pausen würde man die Masken zum Essen ausziehen und danach, mit den ungewaschenen Händen, dieselbe Maske wieder aufsetzen, da man sonst 3-4 Masken pro Tag brauchen würde. Deshalb sehe ich nur Nachteile, da man diese Massnahme nicht so umsetzen kann, dass es auch nützt.»

Désirée: «Lieber Homeschooling»

Désirée Draxl, 18, aus Wil SG Schule: Kantonsschule Wil, 4. Klasse nach dem Sommer.

Désirée Draxl, 18, aus Wil SG Schule: Kantonsschule Wil, 4. Klasse nach dem Sommer.

Jovin: «Brillenträger im Nachteil»

Jovin Strothe, KV bei CH Media, bald im 3. Lehrjahr, Berufsfachschule KV Luzern.

Jovin Strothe, KV bei CH Media, bald im 3. Lehrjahr, Berufsfachschule KV Luzern.

«An die Maskenpflicht in meiner Schule werden wir uns ganz ähnlich wie im ÖV schnell gewöhnen. Dort wurde es – selbst nach dieser kurzen Zeit – zu einem Automatismus: Maske aufsetzen und einsteigen ist die neue Normalität. Aber klar, am Anfang wird es ungewohnt sein. Möglicherweise werden wir mehr Mühe haben, einander zu verstehen und müssen häufiger nachfragen. Besonders für mich als Brillenträger bringt die Maske einen weiteren Nachteil mit sich. Ich muss noch eine Strategie finden, wie ich das Problem der beschlagenen Brillengläser so weit wie möglich umgehen kann.

Ausserdem muss in Erwägung gezogen werden, die Masken verbilligt abzugeben. Hier sollte uns die Politik etwas entgegenkommen, wenn sie uns schon zum Tragen verpflichtet. Schlussendlich machen wir das Ganze aber mit dem Ziel, dass die Massnahme so bald wie möglich nicht mehr nötig ist und wir in den Normalbetrieb zurückkehren können. Damit Mindestabstand und Desinfektionsmittel schnell wieder der Vergangenheit angehören, ist die Maskenpflicht richtig und nötig.»

Saskia: "Finde es unangenehm"

Wenn ich mein zweites Lehrjahr als Polygrafin auch in Bern mit Maskenpflicht in der Berufsschule starten müsste, würde ich das nicht wirklich begrüssen. Ich würde es als unangenehm empfinden, den ganzen Tag eine Maske tragen zu müssen. Mir reicht es, wenn ich sie auf dem Arbeitsweg im ÖV tragen muss. Dort finde ich es hingegen auch sinnvoll, da man mit vielen Menschen in Kontakt kommt, welche man nicht kennt, was in der Schule anders ist.

Ich denke nämlich, dass es nicht sehr viel bringen würde, während dem Unterricht Masken zu tragen, da ich in der Freizeit, wenn ich mich mit Kollegen aus der Klasse treffe oder am Mittag in der Mensa auch keine Maske tragen würde. Wenn man eine Maskenpflicht in Schulen einführt, müsste es fast eine allgemeine Maskenpflicht sein.

Allerdings gäbe es Alternativen, die ich weniger praktisch finden würde, als eine Maskenpflicht an Berufsschulen. Zum Beispiel Unterricht in Halbklassen, die eine Hälfte in der Schule, die andere zuhause per Zoom. Da wäre es für mich das kleinere Übel für eineinhalb Tage, während denen ich Schule habe, eine Maske zu tragen.

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