Coronavirus
Besserer Schutz für Alters- und Pflegeheimen: Gesundheitskommission fordert Gratistest

Das Personal, die Besucher und die Bewohner sollen sich wöchentlich kostenlos testen lassen können, fordert die Gesundheitskommission des Nationalrats. «Es handelt sich mu eine Investition in die Prävention, mit der ältere Menschen besser geschützt werden können», sagt die Aargauer Nationalrätin Ruth Humbel.

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Ruth Humbel ist Präsidentin der nationalrätlichen Gesundheitskommission.

Ruth Humbel ist Präsidentin der nationalrätlichen Gesundheitskommission.

CH Media

Mehr als die Hälfte der Covid-19-Opfer verlieren ihr Leben in Alters- und Pflegeheimen. «Sind die Fallzahlen hoch, ist auch die Wahrscheinlichkeit gross, dass das Virus seinen Weg in Institutionen findet», sagt Markus Leser, Leiter Fachbereich Menschen im Alter beim Heimdachverband Curaviva.

Die Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK) unterbreitet jetzt neue Vorschläge, um die besonders verletzlichen Menschen besser zu schützen. In einem Brief empfiehlt sie dem Bundesrat, bis Ende März allen Personen in Alters- und Pflegeheimen einmal pro Woche einen Coronatest zu finanzieren.

Davon profitieren könnten nicht nur Bewohner der Institutionen, sondern vor allem das Personal und die Besucher. Das Ziel: Diese sollen das Virus nicht von aussen in die Alters- und Pflegeheime schleppen. Wenn sich die Massnahme bewähre, teilte die SGK am Freitag mit, solle sie der Bundesrat verlängern können. «Es handelt sich um eine Investition in die Prävention, mit der ältere Menschen besser geschützt werden können», sagt SGK-Präsidentin Ruth Humbel (Die Mitte).

Einige Kantone haben bereits Schritte im Sinne der Gesundheitskommission unternommen. Baselland etwa testete an einem Wochenende vorsichtshalber 1300 Pflegerinnen und Pfleger und möchte die Prozedur zweimal im Abstand von zwei Wochen wiederholen (wir berichteten). Zürich und Basel-Stadt fassen ebenfalls flächendeckende Tests ins Auge.

Kampf dem Virenimport am Flughafen

Die Gesundheitskommission ermuntert den Bundesrat zu weiteren Schritten. So soll er etwa verlangen, dass an den Flughäfen alle Passagiere, die in die Schweiz einreisen, einen aktuellen Coronatest mit negativem Ergebnis vorweisen müssen.

Die Gesundheitskommission verzichtet hingegen, eine Motion bezüglich eines Impfnachweises einzureichen. Eine Person des Bundesamts für Justiz erklärte, dass private Veranstalter geimpfte und ungeimpfte Personen grundsätzlich anders behandeln dürfen. Denkbar wären gewisse Privilegien für Geimpfte – wie der Besuch von Konzerten.