Senioren am Steuer
Betagte Verkehrssünder: Verstösse in 10 Jahren verdreifacht – Versicherer prüfen höhere Prämien

Die Zahl der betagten Verkehrssünder steigt stark an, wie neue Zahlen des Bundesamt für Statistik zeigen. Versicherer reagieren.

Drucken
Senioren am Steuer: Vor 10 Jahren waren haben sie noch deutlich weniger Verstösse gegen das Verkehrsgesetz verursacht. (Symbolbild)

Senioren am Steuer: Vor 10 Jahren waren haben sie noch deutlich weniger Verstösse gegen das Verkehrsgesetz verursacht. (Symbolbild)

Keystone

1692 Personen ab 70 Jahren wurden im letzten Jahr wegen einem Verstoss gegen das Strassenverkehrsgesetz verurteilt. Das sind dreimal mehr als noch vor zehn Jahren, wie die SonntagsZeitung berichtet.

Der häufigste Grund: «grobe Verletzung der Vekehrsregeln». 824 betagte Verkehrsrowdys kassierten dafür einen Schuldspruch. Mit 474 Verurteilungen liegt «Fahren in fahruntüchtigem Zustand» auf Rang zwei.

Autoversicherer reagieren auf die Entwicklung. Die Helvetia prüft laut Sprecher Hansjörg Ryser Massnahmen wie «Anpassungen bei den Prämientarifen», also höhere Prämien. Daneben seien «auch Modelle mit höheren Selbstbehalten oder die genauere Abklärung der Schadenhistorie bei Neuabschlüssen denkbar», sagt Ryser.

Geprüft würden auch spezielle Rabattsysteme für Rentner. «So könnte zum Beispiel ein tieferer Selbstbehalt oder ein Prämienrabatt gewährt werden, wenn ein älterer Autolenker ein bestimmtes Assistenzsystem einsetzt.»

Derweil will das Parlament den aktuellen Entwicklungen zum Trotz das Gesetz lockern. Am Dienstag wird entschieden, ob Senioren erst ab 75 Jahren zum verkehrsmedizinischen Test antreteten müssen und nicht wie bisher schon mit 70.

SP-Nationalrat Thomas Hardegger kritisiert: «Man darf die ärztlichen Kontrollen nicht lockern, sondern müsste sie im Gegenteil ausweiten.» Am Dienstag will er zumindest einen Kompromissantrag durchbringen: «Die erste Untersuchung soll mit 70 stattfinden, die nächste dafür erst mit 75.»