Obwalden

Brünig: Bombendroher erpressten Carunternehmen mit 50'000 US-Dollar

Der Rückstau, der sich auf der Brünigstrasse  aufgrund der Bombendrohung bildete,  hier vor der Ausfahrt Giswil auf der Autobahn (links) wie auf der Hauptstrasse (rechts). (Bild: Pius Amrein, 9. August 2019).

Der Rückstau, der sich auf der Brünigstrasse aufgrund der Bombendrohung bildete, hier vor der Ausfahrt Giswil auf der Autobahn (links) wie auf der Hauptstrasse (rechts). (Bild: Pius Amrein, 9. August 2019).

Die Staatsanwaltschaft will im Fall des Cars, der wegen Bombendrohung angehalten wurde, ein Verfahren eröffnen.

Der Bombendrohung gegen den holländischen Car, der am 9. August von der Kantonspolizei Obwalden angehalten wurde, ging eine Erpressung voraus. Die Täterschaft habe von dem Car-Unternehmen 50'000 US-Dollar gefordert, mit einer Frist von 30 Tagen für die Zahlung, führt der zuständige Obwaldner Staatsanwalt Jürg Boller auf Anfrage aus. «Die Bombendrohung kam dann aber vor Ablauf dieser Frist, das ist etwas seltsam», so Boller.

Wer die Drohung ausgesprochen hat, und aus welchen Gründen, sei weiterhin unklar. «Diesbezüglich haben die niederländischen Behörden keine neuen Informationen an das Bundesamt für Polizei – und von dort an uns – weitergeleitet.»

Mehrere rätselhafte Elemente

Der Car war mit einem zweiten Reisebus des gleichen Unternehmens von Luzern nach Interlaken unterwegs. Beide waren Gepäckshuttles und daher leer, denn die Touristen waren zuvor mit dem Zug nach Interlaken gefahren. Aus Sicherheitsgründen wurden beide Cars von Spezialisten des Forensischen Instituts Zürich untersucht. Die Brünigstrasse zwischen Giswil und Kaiserstuhl musste während der Untersuchung für mehrere Stunden gesperrt werden (siehe Link). Sprengkörper oder sonstige Auffälligkeiten wurden jedoch keine gefunden.

Und der Fall hat noch weitere rätselhafte Elemente: «Es ist nicht klar, warum gerade der eine Car mit Nummernschild in der Drohung genannt wurde», sagt Jürg Boller. Denn bei dem betroffenen holländischen Unternehmen, deren Namen die Staatsanwaltschaft bis auf weiteres nicht bekannt geben will, handelt es sich um eine grössere Firma mit diversen Reisebussen. Die 50000 US-Dollar scheinen zudem als Erpressungsforderung vergleichsweise bescheiden. «Ohne spekulieren zu wollen; das könnte Taktik sein», meint Jürg Boller. «Vielleicht dachten der oder die Täter, eine solche Summe würde allenfalls bezahlt, und wollten später noch mehr fordern.»

Schreckung der Bevölkerung

In Sachen Erpressung und Drohung ermitteln die holländischen Behörden. Der Obwaldner Staatsanwalt will in den nächsten Tagen ein Verfahren wegen Schreckung der Bevölkerung eröffnen, bedroht mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe – vorerst gegen Unbekannt. ««Wenn Erkenntnisse bezüglich der Täterschaft kommen, beabsichtige ich, mein Verfahren der zuständigen Staatsanwaltschaft in den Niederlanden abzutreten», so Jürg Boller.

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