Tessin

Bund gibt Asylzentrum in Losone auf – aufgrund sinkender Asylgesuche

Die Asylgesuche sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken. (Symbolbild)

Die Asylgesuche sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken. (Symbolbild)

Das Staatssekretariat für Migration reduziert Kapazitäten als Reaktion auf sinkende Gesuchszahlen.

Es sind Meldungen, die man noch vor wenigen Jahren für unmöglich gehalten hätte. Landauf, landab schliessen die Kantone Asylunterkünfte. Ende August macht Bern die unterirdische Zivilschutzanlage in Riedbach dicht. In Düdingen im Kanton Freiburg geht Ende September eine Unterkunft zu. Bereits Ende Juni schloss die Asylunterkunft Fridau in Egerkingen im Kanton Solothurn ihre Türen.

Der Rückgang der Asylgesuche macht sich auch auf Bundesebene bemerkbar. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hat in den vergangenen zwölf Monaten rund tausend Unterbringungsplätze abgebaut. «Um die Mittel zu schonen», wie Sprecher Lukas Rieder auf Anfrage mitteilt. Nach der Schliessung der Zentren in Les Rochats VD und Bremgarten AG soll laut SEM Ende Oktober auch das provisorische Bundeszentrum in Losone TI seinen Betrieb aufgeben.

Die Militärunterkunft mit einer maximalen Kapazität von 170 Betten diente in den vergangenen Jahren als Aussenstelle des Empfangs- und Verfahrenszentrums in Chiasso und hatte in der Lokalbevölkerung vor der Eröffnung Widerstand hervorgerufen. Das Schweizer Fernsehen drehte einen Dokumentarfilm über die 6500-Einwohner-Gemeinde und das Zusammenleben mit den Asylsuchenden.

Von Januar bis Juni haben in der Schweiz 9123 Menschen um Asyl gebeten. Das ist der tiefste Wert für das erste Halbjahr seit 2010.

Zu Besuch bei den Schweizer Grenzwächtern im Tessin:

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