Coronavirus

Bund gibt Kantonen Passagierlisten von Flügen

Die Busse bei Nichtbefolgen beträgt bis zu 10'000 Franken.

Die Busse bei Nichtbefolgen beträgt bis zu 10'000 Franken.

Die Behörden prüfen neu, ob sich Einreisende an die Quarantänepflicht halten. Es drohen hohe Bussen.

(mjb) Seit kurzem gilt: Wer aus Schweden, Serbien und 27 weiteren Ländern in die Schweiz einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne. Es gilt die Eigenverantwortung: Die Einreisenden müssen sich selber bei der kantonalen Behörde melden. Nun erhalten die Kantone ein Mittel, um die Einhaltung stichprobenartig zu überprüfen – zumindest bei jenen, die mit dem Flugzeug oder Linienbus einreisen. Konkret verlangt der Bund bei Fluggesellschaften stichprobenweise die Passagierlisten und gibt die Daten den Kantonen. Diese können dadurch kontrollieren, ob sich Personen, die aus Risikoländern einreisen, tatsächlich melden und in Quarantäne begeben. Das gleiche Vorgehen soll bei Linienbussen eingeführt werden.

Der Bund kommt so einer Forderung der Kantone nach. «Wir wollen damit auch klar machen, dass bei Nichtbefolgen der Quarantänepflicht Sanktionen drohen», sagte Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit. Es drohen Bussen von bis zu 10'000 Franken. Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren sprach von einem «wichtigen Schritt». Es werde sich nun zeigen müssen, ob sich dieses System bewähre.

Bund verlängert Liste der Risikoländer

Die Quarantänepflicht gilt seit dem 6. Juli. Hunderte Personen haben sich seither bereits bei den Behörden gemeldet, wie eine Umfrage bei den Kantonen zeigt. Allein im Kanton Luzern waren es 220, in den beiden Basel je um die 170, im Thurgau rund 100. Die Zahlen dürften in den nächsten Wochen wegen der Sommerferien noch steigen.

Zudem soll die Quarantänepflicht für Einreisende aus weiteren Ländern eingeführt werden: Ungefähr ein Dutzend werde kommende Woche hinzukommen, sagte Mathys. Welche dies sind, wollte er noch nicht sagen.

Meistgesehen

Artboard 1