Coronavirus - Schweiz

Bundesrat Berset lobt bei Besuch Luzerner Drive-in-Testcenter

Bundesrat Alain Berset und Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit bei einem Besuch in Luzern.

Bundesrat Alain Berset und Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit bei einem Besuch in Luzern.

Bundesrat Alain Berset hat bei einem Besuch in Luzern die Bedeutung der Kantone im Kampf gegen das Coronavirus betont. Eine ausserordentliche Lage bedeute nicht Zentralismus, es brauche die Innovationskraft in den Kantonen. Von einer Maskenpflicht sieht der Bund ab.

Gesundheitsminister Berset besuchte am Dienstagnachmittag auf der Luzerner Allmend das Drive-in-Testcenter, das seit vergangenem Mittwoch in Betrieb ist. Dort können sich mutmassliche Coronainfizierte mit ärztlicher Empfehlung auf das Virus testen lassen, ohne das Auto verlassen zu müssen.

Berset, der gemäss eigenen Angaben kurzfristig in die Zentralschweiz gereist war, zeigte sich von der Luzerner Lösung beeindruckt. Mit dieser könne Material gespart und das Spital entlastet werden. Er nannte das System ein "positives Beispiel für die Anpassungsmöglichkeit" hierzulande.

Im Drive-in testen Spitex-Mitarbeitende 15 bis 20 Personen pro Tag. Laut dem Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf werden in Luzern in insgesamt täglich rund 100 Tests vorgenommen. Gemäss Angaben der Gesundheitsdirektion sind Tests in einer Hausarztpraxis viel aufwändiger.

Föderalismus funktioniert

Dort gelte es, Kontakt mit anderen Patienten oder ungeschütztem Personal zu vermeiden. Für jeden einzelnen Test müsse sich der Hausarzt mit Schutzkleidung einkleiden und diese anschliessend wieder entsorgen. Arztpraxen können und sollen aber weiterhin testen.

Eine Empfehlung für das Drive-in-System an andere Kantone gab der Bund nicht ab. Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) sagte, es gelte auf die unterschiedlichen Gegebenheiten in den einzelnen Kantonen Rücksicht zu nehmen. Bundesrat Berset betonte, die Vielfalt der Lösungen, die in den Kantonen bei der Bewältigung der Coronakrise gefunden werde, sei eine grosse Eigenschaft der Schweiz.

Berset betonte auch, dass der Bund auf eine gute Zusammenarbeit mit den Kantonen angewiesen sei. Eine ausserordentliche Lage bedeute nicht Zentralismus, sondern rasche Entscheide des Bundes und eine enge Zusammenarbeit mit den Kantonen. Der Föderalismus und die Solidarität in der Schweiz funktionierten.

Gegen Maskenpflicht

Angesprochen auf Forderungen nach Lockerungen der Einschränkungen nach dem 19. April, die die SVP am Dienstag publizierte, sagte Berset, es sei absolut verfrüht, heute eine zeitliche Prognose zu stellen. Dem Ruf nach einer allgemeinen Maskenpflicht erteilte Koch eine Absage, zumal es nicht erwiesen sei, dass dies im Kampf gegen das Virus etwas bringe. "Es wäre die Maske überschätzt", sagte Koch.

Berset äusserte sich auch zu mehr Grenzschutz sowie einer Isolation der besonders gefährdeten Gruppe, wie es die SVP vorbrachte. Den Grenzverkehr könne man kaum noch mehr reduzieren. Und die bestehenden Einschränkungen für die Menschen im Land seien schon sehr schmerzlich, es bestünden bereits sehr ungewöhnliche Verbote. Es sei besser, man habe Massnahmen die akzeptiert seien.

Im Moment habe man die Lage nicht so schlecht im Griff, sagte der Bundesrat. "Wir müssen Ausdauer zeigen", appellierte er. Er sehe, dass man mit dem frühlingshaften Wetter Lust habe, sich draussen zu versammeln. Das gelte es aber zu unterlassen, forderte Berset: "Die nächsten Tage und Wochen machen uns Sorgen."

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