Nachtzug

«Bus-Lösung wäre ein Rückschritt»

Mit ihrer Petition will Fabienne Rochat erreichen, dass die Bahnhöfe Mettmenstetten und Knonau weiterhin von der SN9 bedient werden. (Bild Thomas Stöckli)

Petition

Mit ihrer Petition will Fabienne Rochat erreichen, dass die Bahnhöfe Mettmenstetten und Knonau weiterhin von der SN9 bedient werden. (Bild Thomas Stöckli)

Der Nachtzug SN9 durchs Säuliamt soll mit dem neuen Fahrplan 2010 nur noch bis Affoltern verkehren. Dagegen wehren sich Mettmenstetten und Knonau. Innert einer Woche haben 1138 Personen eine entsprechende Petition unterschrieben.

Von Thomas Stöckli

753 Personen nutzen pro Nacht durchschnittlich das ZVV-Nachtnetz ins oder durchs Säuliamt. Mehr als 80 Prozent davon in der SN9. Wie viele wo aussteigen, darüber weiss man beim Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) allerdings kaum etwas. «Planungswert sind fünf bis sieben Personen pro Nacht und pro 1000 Einwohner», erklärt Marco Rüdisühli, Projektleiter Nachtnetz. Dies ergäbe für Mettmenstetten und Knonau rund 60 bis 80 Personen pro Wochenende - Tendenz steigend.

Feinere Verteilung per Bus

Mit dem Fahrplan 2010 soll die SN9 durchs Säuliamt nun nur noch zwischen Zürich HB und Affoltern verkehren. Das hat in Mettmenstetten und Knonau Unmut ausgelöst. In einer Petition fordern in Mettmenstetten bisher 1138 Unterschreibende, dass sich der Gemeinderat beim ZVV wehren solle, damit die SN9 auch künftig mindestens bis Knonau fahre. Die Petitionäre stossen sich insbesondere daran, dass über die geplanten Änderungen nicht informiert worden sei.

Am 7. April hatten Markus Hegg-lin, Leiter Angebot und Betrieb der PostAuto Schweiz AG Region Zürich und Matthias Lebküchner vom Forschungs- und Beratungsunternehmen Infras einer Delegation Oberämtler Gemeinderäte im Gemeindehaus Mettmenstetten die «Optimierung Oberamt» im Ämtler Bus-Konzept präsentiert.

Der Nachtzug fahre nur noch bis Affoltern. Ab dort sei ein stündlicher Busrundkurs vorgesehen, der die Gemeinden im Oberamt bedient, jeweils in abwechselnder Richtung via Mettmenstetten oder via Aeugst. Insbesondere die feinere Verteilung wäre für einige Gemeinden eine Verbesserung des aktuellen Angebots.

Unterstützung durch Gemeinderäte

Kürzlich hat nun die SBB die geplanten Änderungen für den Fahrplan 2010 kommuniziert - ohne die betroffenen Gemeinden schriftlich zu informieren. Im Fahrplan-Entwurf ist auch keine Rede von einem Bus-Ersatz für die verkürzte SN9. «Das hat einen ziemlichen Aufruhr gegeben», so Hans Hefti, Gemeindepräsident in Mettmenstetten, «die Nachtverbindungen sind von grossem Interesse für Jugendliche und Erwachsene.»

Mittlerweile liegen den Oberämtler Gemeinden inoffizielle Fahrpläne für die neuen Buslinien N24 und N25 vor. Anders als angekündigt soll Kappel nun nur zwei- statt viermal bedient werden und um 2 Uhr fährt der Bus nicht bis Knonau, sondern nur bis Mettmenstetten. «Es besteht Optimierungsbedarf», so der Knonauer Gemeinderat Erich Erb.

Deshalb suchen die Gemeinderäte Mettmenstetten und Knonau nochmals das Gespräch mit Markus Hegglin und unterstützen die Petition von Fabienne Rochat. Grundsätzlich fordern sie ein «mindestens gleich gutes Angebot wie vorher».Das müsse aber nicht unbedingt ein Zug sein.

«Wir sind nicht einverstanden mit einer Bus-Lösung», stellt Fabienne Rochat ihrerseits klar, «das wäre ein Rückschritt zur Situation von vor zwei Jahren.» Offen ist zudem, ob die neuen Linien überhaupt finanziert würden. «SN9 und die Anschluss-Busse müssen erst durch den Verkehrsrat genehmigt werden», erklärt Marco Rüdisühli. Ein definitiver Beschluss dürfte also erst knapp vor den Sommerferien fallen.

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