Schweiz

Chancengleichheit in der Bildung soll gefördert werden

Kinder bildungsferner Eltern haben schlechtere Chancen. Das soll sich nun ändern, findet der Nationalrat. (Symbolbild)

Kinder bildungsferner Eltern haben schlechtere Chancen. Das soll sich nun ändern, findet der Nationalrat. (Symbolbild)

Der Nationalrat will die Chancengleichheit in der Bildung verbessern. Er hat am Mittwoch eine Motion seiner Bildungskommission angenommen.

Nach der Annahme einer Motion zur Chancengleichheit durch den Nationalrat, soll der Bundesrat in seiner nächsten Botschaft zu Bildung, Forschung und Innovation (BFI) Massnahmen zur Verringerung der sozialen Selektivität vorsehen - der Benachteiligung auf Grund der sozialen Herkunft.

Als Beispiele nannte die Kommission Massnahmen betreffend Stipendien, Weiterbildung oder Sprachförderung. Dass Kinder bildungsferner Eltern schlechtere Chancen hätten, sei erwiesen, hiess es im Rat.

Die Gegnerinnen und Gegner argumentierten, es werde bereits viel für die Chancengleichheit getan. Die Kosten für die Förderprogramme liefen aus dem Ruder. Nicht sei nicht nur das Umfeld ausschlaggebend. Auch die genetischen Voraussetzungen spielten eine Rolle, sagte Verena Herzog der SVP Thurgau.

Der Nationalrat nahm den Vorstoss jedoch mit 101 zu 82 Stimmen bei einer Enthaltung an. Darüber muss noch der Ständerat befinden.

Der Bundesrat stellt sich gegen die Motion, weil er das Anliegen als erfüllt erachtet. Der Chancengerechtigkeit im Bildungssystem komme eine hohe Bedeutung zu, schrieb er in seiner Stellungnahme. Ein erfolgreiches Bildungssystem biete allen Menschen die Chance, gemäss ihren Fähigkeiten und Neigungen ihr volles Potenzial zu entwickeln.

Entsprechend gehöre die Analyse der Chancengerechtigkeit zu den ständigen Aufträgen des Bildungsmonitorings von Bund und Kantonen, in dessen Rahmen alle vier Jahre der Schweizer Bildungsbericht erstellt werde. Dieser enthalte zentrale, wissenschaftlich abgesicherte Befunde zur Chancengerechtigkeit.

Die soziale Selektivität werde er in der nächsten BFI-Botschaft aufgreifen und wo geboten Massnahmen vorschlagen, schrieb der Bundesrat. Wichtige Bereiche, in denen Handlungsbedarf festgestellt worden sei, fielen allerdings nicht in die Zuständigkeit des Bundes oder seien nicht Gegenstand der BFI-Botschaften. So seien etwa für Stipendien und Sprachförderung die Kantone zuständig.

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