Wissenschaftler

CIA gelingt Schlag gegen iranische Atomprogramm

US-Präsident Barack Obama (Archiv)

US-Präsident Barack Obama (Archiv)

US-Präsident Barack Obama ist im Kampf gegen das iranische Atomprogramm offenbar ein regelrechter Coup geglückt. So soll ein spurlos verschwundener Atomwissenschaftler des Ayatollah-Regimes wieder aufgetaucht sein - und zwar als Mitarbeiter der CIA. Der Wissenschaftler soll heute dem US-Geheimdienst brisante Informationen über iranische Atomanlagen liefern.

Der Atomwissenschaftler Shahram Amiri soll Ende 2009 von einer Pilgerreise aus Mekka nicht nach Hause zurückgekehrt sein. Am 3. Juni hätten er und seine Frau noch einmal miteinander telefoniert. Dabei habe er seiner Gattin erzählt, dass die Polizei ihn bei der Ankunft am Flughafen in Saudi-Arabien eingehend befragt habe, «mehr als alle anderen Passagiere». Seitdem galt Shahram Amiri - Nuklearwissenschaftler der Teheraner Malek-Ashtar-Universität - als verschollen.

Seitenwechsel von langer Hand geplant

Irans Außenminister Manutschehr Mottaki machte zuerst Saudi-Arabien für Amiris Verschwinden verantwortlich, beschuldigte dann aber die USA, Amiri entführt zu haben. Nun scheint klar: Der Atomwissenschaftler ist nicht Opfer eines Gewaltverbrechens geworden, sondern hat seinem Heimatland freiwillig den Rücken gekehrt. Wie der US-Nachrichtensender «ABC News» berichtet, ist Amiri zum amerikanischen Geheimdienst CIA übergelaufen. So bezeichnen die Insider die Abwerbung als Coup bei den Bemühungen Washingtons, das iranische Atomprogramm zu torpedieren. Die CIA soll den Seitenwechsel von langer Hand geplant haben: Der Geheimdienst habe Amiri über einen Mittelsmann kontaktiert, der ihm die Zusammenarbeit und einen Umzug in die USA angeboten habe.

Gerüchte, dass Amiri in den USA gelandet und dort Geheimnisse über Irans Atomanalagen ausplaudern könnte, kursierten schon seit längerer Zeit. Ein Indiz für das Überlaufen des Wissenschaftlers ist, dass US-Präsident Barack Obama nur wenige Monate nach Amiris Verschwinden Iran beschuldigt, sich nicht an Abmachungen zu halten. So hätten USA, Großbritannien und Frankreich Beweise, dass Iran eine neue Anlage zur Urananreicherung errichtet habe. Obama sagte auch, die Hinweise, dass die neue Anlage Uran anreichern soll, habe man im Jahr 2009 erhalten. (a-z.ch/muv)

Meistgesehen

Artboard 1