Schweiz

Corona-App: Epidemiologe Salathé zieht sich aus europäischem Projekt zurück

Marcel Salathé, Epidemiologe der ETH Lausanne.

Marcel Salathé, Epidemiologe der ETH Lausanne.

Der Schweizer Epidemiologe Marcel Salathé hat seinen Rücktritt aus dem europäischen Forschungsprojekt PEPP-PT bekanntgegeben. Dieses will eine Handy-Software entwickeln, um die Corona-Infektionswege zu überwachen.

(dpo) 130 Wissenschafter und Techniker aus Europa arbeiten am Projekt PEPP-PT («Pan European Privacy Protecting Proximity Tracing»), das eine sogenannte Contact-Tracing-App fürs Handy entwickeln will. Diese soll helfen, Infektionen schneller zu erkennen und Verdachtsfälle zu isolieren.

Aus Schweizer Sicht war auch Marcel Salathé von der ETH Lausanne am Projekt beteiligt. Am Freitag gab der Epidemiologe via Twitter jedoch seinen Rücktritt aus dem Projekt bekannt. Er sei zwar weiterhin fest überzeugt vom Kerngedanken des paneuropäischen Vorhabens, aber er könne nicht hinter etwas stehen, von dem er nicht wisse, wofür es stehe. «Im Moment ist PEPP-PT nicht offen genug, und es ist nicht transparent genug», erklärte er.

Salathé widmet sich anderem Projekt zu

Salathé gab weiter bekannt, dass er sich nun voll und ganz einem schweizerisch-europäische Projekt mit Namen DP-3T widmen will. Dabei handelt es sich um ein Open-Source-Projekt, wo Ideen offen diskutiert werden könnten, so der Epidemiologe weiter.

An der Medienkonferenz zur epidemiologischen Lage am Freitag sagte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG), dass er Kenntnis habe von Salathés Ausstieg aus dem Projekt. Mehr dazu wisse er aber nicht.

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