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Homeoffice-Pflicht verlängert, Einreiseregime gelockert: Das hat der Bundesrat entschieden

Der Bundesrat verlängert die Corona-Massnahmen teils bis Ende Februar, teils bis Ende März. Die Einreise wird vereinfacht. Ein Überblick.

Maja Briner Jetzt kommentieren
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Wenn es möglich sei, werde der Bundesrat die Massnahmen früher aufheben, versichert Gesundheitsminister Alain Berset: «Wir sind jederzeit bereit, zu lockern.»

Wenn es möglich sei, werde der Bundesrat die Massnahmen früher aufheben, versichert Gesundheitsminister Alain Berset: «Wir sind jederzeit bereit, zu lockern.»

Peter Schneider / KEYSTONE

Über 38'000 neue Infektionen meldete das Bundesamt für Gesundheit am Mittwoch – so viele wie noch nie an einem Tag. Trotzdem zeigte sich Bundesrat Alain Berset vorsichtig optimistisch. Ausschlaggebend ist aus Sicht der Regierung die Situation in den Spitälern. Und diese stimmt zuversichtlich: Lagen Ende Dezember schweizweit noch 325 Covid-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen, sind es aktuell rund 250.

Die Situation sei geprägt von vielen Unsicherheiten, räumte Berset ein. «Vielleicht haben wir den Zenit der fünften Welle überschritten, wir wissen es nicht.» Der Bundesrat verzichtete darauf, die Massnahmen zu verschärfen. Aber auch grössere Lockerungen wagt er aktuell angesichts der steigenden Infektionszahlen nicht. Man müsse vorsichtig und geduldig bleiben, sagte Berset.

1. Was hat der Bundesrat konkret entschieden?

Er hat die ursprünglich bis am 24. Januar befristeten Massnahmen wie erwartet verlängert, teils bis Ende Februar, teils bis Ende März. Gleichzeitig versprach Berset, der Bundesrat werde früher lockern, sollte es die Situation zulassen. Am 2. Februar will die Regierung erneut darüber diskutieren.

2. Weshalb verlängert der Bundesrat die Homeoffice-Pflicht bis Ende Februar?

Ursprünglich wollte die Regierung alle Massnahmen bis Ende März verlängern. Das stiess jedoch auf Kritik. Nun hat sie sich für ein zweistufiges Vorgehen entschieden: Die Homeoffice-Pflicht und die Quarantäne-Regeln werden bis Ende Februar verlängert, die übrigen Massnahmen bis Ende März.

3. Wieso wird die Quarantäne nicht sofort abgeschafft, wie es Wirtschaftsverbände wünschen?

Das ist dem Bundesrat zu riskant. Berset verwies darauf, dass die Regierung erst vor kurzem die Quarantäne verkürzt und auf Personen im gleichen Haushalt beschränkt hatte. Das Ansteckungsrisiko sei in diesen Fällen hoch, sagt der Bund. Die Quarantäne leiste daher einen wichtigen Beitrag, dass Personen das Virus nicht weiterverbreiteten.

4. Was geschieht mit der 2G- und der 2Gplus-Regel?

Diese hat der Bundesrat bis Ende März verlängert. Nach wie vor haben also nur Geimpfte und Genesene Zugang zu Orten wie Restaurants oder Museen (2G). In Discos, Hallenbädern und anderen Orten, wo die Maskenpflicht nicht möglich ist, gilt weiterhin 2Gplus; der Zugang ist damit beschränkt auf in den letzten vier Monaten Geimpfte/Genesene oder Geimpfte/Genesene mit negativem Test.

Die 2G-Regel in Restaurants hat der Bundesrat bis Ende März verlängert.

Die 2G-Regel in Restaurants hat der Bundesrat bis Ende März verlängert.

Marijan Murat / dpa

Auch die Einschränkungen bei privaten Treffen wurden bis Ende März verlängert: Ist eine Person weder geimpft noch genesen, sind höchstens zehn Personen erlaubt, ansonsten sind es drinnen maximal 30.

Anpassungen gibt es nur punktuell: Bei Grossveranstaltungen im Freien wie der Fasnacht können Kantone neu Ausnahmen von der 3G-Pflicht bewilligen.

5. Die Einreise-Regeln ändern erneut. Was gilt nun?

Da Omikron inzwischen überall stark verbreitet ist, lockert der Bundesrat das Einreiseregime. Ab Samstag müssen Geimpfte und Genesene kein negatives Testresultat mehr vorweisen. Wer weder geimpft noch genesen ist, muss hingegen nach wie vor einen Test machen, um einreisen zu können. Und: Das Einreiseformular muss nur noch ausfüllen, wer mit dem Flugzeug oder Fernverkehrsbus in die Schweiz kommt.

6. Die Testkapazitäten sind am Limit. Wer hat Vorrang?

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt den Kantonen eine Reihenfolge. Höchste Priorität haben demnach Risikopersonen mit Symptomen, danach folgen repetitive Tests in Spitälern, Altersheimen und ähnlichen Institutionen. Tiefste Priorität haben Personen, die für eine Reise oder ein Testzertifikat einen PCR-Test machen wollen.

Weil die PCR-Testkapazitäten am Anschlag sind, genügt ab dem 24. Januar vorübergehend ein positiver Antigen-Schnelltest, um ein Genesenen-Zertifikat zu erhalten. Dieses ist allerdings ausschliesslich in der Schweiz gültig.

In Clubs gilt weiterhin 2Gplus, Kontaktdaten muss man aber nicht mehr angeben.

In Clubs gilt weiterhin 2Gplus, Kontaktdaten muss man aber nicht mehr angeben.

Michael Buholzer / EPA

7. Discos müssen keine Kontaktdaten mehr erfassen. Weshalb?

Der Bundesrat hat die Quarantäne kürzlich auf Personen beschränkt, die im selben Haushalt leben. Daher werden die Daten nicht mehr benötigt. Die Pflicht wird deshalb ab dem 25. Januar aufgehoben. Das gilt überall, wo das bisher vorgeschrieben war, etwa auch bei Gottesdiensten mit weniger als 50 Personen ohne 2G-Regel.

8. Weshalb verkürzt der Bundesrat die Zertifikatsdauer?

Die Impfzertifikate sind neu nur noch 270 statt 365 Tage gültig. Der Bundesrat verkürzt die Frist, damit das Zertifikat in der EU weiterhin anerkannt wird. Das Zertifikat für Genesene ist neu ebenfalls noch 270 Tage gültig –und damit länger als in der EU.

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