Berner Polizeidirektor
Cupfinal-Chaoten: Muss Fussballverband Stadt Bern 200 000 Franken zahlen?

Die Berner haben die Nase voll: Nach dem Stadtberner Polizeidirektor Reto Nause fordert jetzt auch der kantonale Polizeidirektor Hans-Jürg Käser Konsequenzen nach den Schachbeschädigungen rund um den Cupfinal. Wars gar der letzte in der Hauptstadt?

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Polizei fährt mit schwerem Geschütz auf
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FCB-Fans auf der Kornhausbrücke
Polizisten und Fans auf dem Bärenplatz
FCZ-Fans auf dem Bärenplatz
FCZ-Fans zünden Pyros
Polizisten sperren eine Gasse ab
Umgeworfene Velos
Junge Männer erleichtern sich an den Bäumen
FCZ-Fans auf dem Bundeshausplatz
Die Fans ziehen weiter Richtung Nydeggbrücke
Die Fans sind weg, was bleibt ist Abfall
Eingeschlagene Schaufenster
Eine kaputte Rolltreppe, fotografiert von SBB-Mediensprecher Christian Ginsig.
Ausschreitungen vor Fussball-Cupfinal in Bern
FCB-Fans ziehen über die Kornhausbrücke
FCZ-Fans ziehen durch Bern

Polizei fährt mit schwerem Geschütz auf

Newspictures

Der Schweizer Cupfinal sollte künftig nicht mehr in Bern ausgetragen werden. Diese Ansicht vertritt der kantonale Polizeidirektor Hans-Jürg Käser nach den Ausschreitungen vom Ostermontag.

Zwar liege es an der Stadt Bern, eine Entscheidung zu treffen, sagte Käser, der auch der Präsident der kantonalen Polizeidirektoren ist, der Nachrichtenagentur sda. Aus seiner Sicht sei aber klar: «In Bern braucht es keinen Cupfinal mehr.» Einmal mehr hätten die Polizistinnen und Polizisten «den Kopf hinhalten müssen». Mehrere Polizisten wurden verletzt.

Der Berner Sicherheitsdirektor Hans-Jürg Käser hat genug von Cupfinals. Key

Der Berner Sicherheitsdirektor Hans-Jürg Käser hat genug von Cupfinals. Key

Das verschärfte Hooligan-Konkordat hat sich aus Sicht von Käser bewährt. Das im Februar vom kantonalen Stimmvolk genehmigte Konkordat gebe den Behörden griffige Instrumente in die Hand. Dank der Spielbewilligungspflicht habe der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause auf Augenhöhe mit dem Schweizer Fussballverband verhandeln können.

Die Stadt Bern habe die Fan-Märsche bewilligt und so den Fans «nochmals eine Chance gegeben», stellte Käser fest. Zumindest die Zürcher Fans hätten diese Chance nicht genutzt.

Käser betonte auch in einem Interview mit Blick.ch, dass die Stadt Bern nun Regress nehmen soll auf den Fussballverband SFV als Veranstalter des Cupfinals. Der SFV hatte sich bereit erklärt, je nach Ausgang des Anlasses bis zu 200'000 Franken an die Deckung der Sicherheitskosten zu leisten.

Nause: «Schlicht inakzeptabel»

«Die Eigenverantwortung und Selbstkontrolle der Fans haben nicht wirklich funktioniert. So wurde entgegen den Abmachungen von den vereinbarten Routen abgewichen. Das gewalttätige Verhalten einzelner Fans sowie die Sachbeschädigungen sind schlicht inakzeptabel», wird Nause in einem am Montagabend veröffentlichten Communique wörtlich zitiert.

Zwar hätten die Einsatzkräfte eine Konfrontation der Fangruppen in der Innenstadt vor Anpfiff des Spiels verhindern können. Entlang der Marschrouten sei es jedoch zu zahlreichen Vandalenakten und Pöbeleien gekommen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Militante Fangruppen hätten zudem mehrfach gezielt die gewalttätige Auseinandersetzung mit Einsatzkräften und gegnerischen Fans gesucht. Eine abschliessende Schadensbilanz liegt noch nicht vor.

Generell sei die Belastung für die Bevölkerung durch die Fanmärsche nach wie vor zu hoch, meint Nause. Wie die Anreise der Fans im kommenden Jahr erfolgen soll und wie es mit der Bewilligung des Cupfinals in Bern weitergeht, werde der Gemeinderat der Stadt Bern nach einem Cup-Debriefing mit dem Schweizerischen Fussballverband und den Klubs entscheiden.

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