Car-Unglück
Das sind die vergessenen Ritter von Siders

Es war ihr Job. So sahen sie es damals und so sehen sie es noch heute. Die Bilder der Toten sind in ihren Köpfen, und das ist gut so, sagen sie, denn der Tod ist ein Teil des Lebens. Sie sind es sich gewohnt, Menschen sterben zu sehen.

Michael Hugentobler
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Rettungssanitäter der Sanität Oberwallis: Markus Klinge, Tobias Meyre, Matthias Volken (v.l.)

Rettungssanitäter der Sanität Oberwallis: Markus Klinge, Tobias Meyre, Matthias Volken (v.l.)

Emanuel Freudiger

Was aber am 13. März 2012 kurz nach 21 Uhr geschah, überstieg das Gewohnte. Es war nicht ein einzelner Toter, sondern es war eine lange Reihe neben der Strasse. Und die Körper unter den weissen Tüchern waren nicht gross, sondern klein. Es waren Kinder.
Die Sanität Oberwallis war in jener Nacht im Einsatz, als im Tunnel bei Siders ein belgischer Reisecar eine Notfall-Nische rammte und 28 von 46 Insassen starben, 22 davon Kinder. Rettungssanitäter Markus Klinge hatte Nachtdienst. Um 15 Minuten nach 21 Uhr kam der Alarm vom Notruf, Klinge fuhr los, war als einer der Ersten im Tunnel. Es roch irgendwie nach Gummi oder nach Motor, er kann es nicht recht beschreiben. «Es roch so, wie Unfälle immer riechen», sagt er heute.

Auf der Heimreise von den Wintersportferien verunfallte ein Reisecar mit 52 Personen
6 Bilder
Das Wrack des Reisebusses
Im Bus waren 52 Personen unterwegs
Rettungskräfte im Einsatz
Unter den Toten sind 22 Kinder
Die Einsatzkräfte vor Ort

Auf der Heimreise von den Wintersportferien verunfallte ein Reisecar mit 52 Personen

Keystone

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