Dargebotene Hand

Das Sorgentelefon hilft weniger Anrufern – muss aber mehr auf später vertrösten

Die Dargebotene Hand nahm 2016 leicht weniger Telefone entgegen als im Vorjahr.

Die Dargebotene Hand nahm 2016 leicht weniger Telefone entgegen als im Vorjahr.

Die Ehrenamtlichen vom Sorgentelefon 143 haben im vergangenen Jahr rund 156'000 telefonische Beratungsgespräche geführt – knapp 1000 weniger als im Vorjahr. Markant gestiegen sind die Online-Beratungen. Ein Problem waren vermehrt Überlastungen.

Die Schweizer Notrufnummer für eine emotionale erste Hilfe wurde 2016 wiederum stark genutzt: Die zwölf Regionalstellen von "Tel 143" führten letztes Jahr 155'799 telefonische Beratungsgespräche durch (minus 0,6 Prozent), wie das Sorgentelefon 143 am Montag mitteilte.

Wie in den Vorjahren haben mit einem Anteil von 70 Prozent deutlich mehr Frauen beim Sorgentelefon angerufen. Der Männeranteil ging sogar leicht zurück – trotz einer Kampagne, mit der sich die Dargebotene Hand im vergangenen Jahr speziell an die Männer wandte.

Wegen Überlastung mussten rund 40'000 Anrufende gebeten werden, sich später noch einmal zu melden. Die Zahl dieser Vertröstungen nahm um 10 Prozent zu.

Ein deutliches Plus von rund 600 Kontakten verzeichnete 2016 die Online-Beratung. Dabei nahmen erneut die Chat-Kontakte überdurchschnittlich zu; diese machen im Online-Bereich mittlerweile 60 Prozent aus. Die Nutzerinnen und Nutzer sind deutlich jünger als am Telefon, und es spielen hier stark tabuisierte Themen wie Suizidalität oder Gewalt eine grössere Rolle, wie es in der Mitteilung heisst.

Die Arbeit von "Tel 143" wird vor allem von rund 640 gut ausgebildeten und professionell betreuten, ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer wahrgenommen. Das Sorgentelefon ist gratis, anonym und rund um die Uhr präsent.

Im kommenden Herbst feiert der Dienst sein 60-jähriges Bestehen: Am 11. Oktober 1957 wurde die Dargebotene Hand als eines der europaweit ersten Angebote dieser Art in Zürich gegründet. (sda/mwa)

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