Schwarzhäusern
Das Wasser-Loch stopfen

Die Einwohner von Schwarzhäusern zahlen künftig mehr für den Anschluss und den Bezug des Wassers. Das hat die Gemeindeversammlung einstimmig beschlossen. Zudem wurde die Rechnung mit einem Gewinn genehmigt.

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Wasser in Schwarzhäusern

Wasser in Schwarzhäusern

az Langenthaler Tagblatt

Irmgard Bayard

«Der Termin unmittelbar nach dem Dorfturnier scheint offenbar nicht ideal», sagte Gemeindepräsident Heinz Sollberger (SVP) an der Gemeindeversammlung von Schwarzhäusern, obwohl 32 Stimmberechtigte (von 353) anwesend waren.

Sie genehmigten die von Finanzverwalter Kaspar Ryser vorgestellte Rechnung einstimmig. Diese schliesst bei einem Umsatz von rund 1,53 Millionen Franken mit einem Gewinn von knapp 39 000 Franken ab. Gegenüber dem Budget ist dies eine Besserstellung von 169 000 Franken.

«Vor allem bei den Steuern sind rund 193 000 Franken mehr eingegangen als budgetiert», kommentierte Ryser die Abweichung. Das Eigenkapital erhöhte sich damit auf rund 2,13 Millionen Franken. «Mit den bereits neu hier Wohnenden und weiteren Zuzügern sollten wir die Steuereinnahmen halten können», hofft Sollberger, der damit gleich zum zweiten Traktandum überleitete: die Erhöhung der einmaligen Anschlussgebühren für das Wasser.

Ein Loch in der Wasserkasse

Über das defizitäre Wassernetz sei schon oft diskutiert worden, sagte der zuständige Gemeinderat Emil Burkhard (SVP). «Wir hätten schon früher mehr verlangen sollen», sagte er angesichts des in der Zwischenzeit auf rund 34 000 Franken angewachsenen Defizits bei der Wasserrechnung, die selbsttragend sein sollte.

Der Gemeinderat schlug der Versammlung vor, die Berechnung nach dem vom Kanton erstellten Belastungswert (BW) vorzunehmen und die erstmalige Anschlussgebühr auf 250 Franken pro BW anzusetzen. «Für ein neues Einfamilienhaus rechnet man mit rund 35 BW, für den Einbau einer Abwaschmaschine in ein bestehendes Haus 4 BW», gab er zwei Beispiele.

«Was spricht dagegen, gleich auf 300 Franken zu erhöhen?», kam die Frage aus der Versammlung. Man müsse die Verhältnismässigkeit im Auge behalten, fand der Finanzverwalter.

Ein Vergleich mit anderen Gemeinden sei leider kaum möglich, «weil noch nicht viele dieses System eingeführt haben», so der Gemeindepräsident, der 300 Franken dann doch zu viel fand. Zudem, ergänzte Burkhard, müsse man in fünf bis sechs Jahren sowieso wieder über die Bücher und die Tarife überprüfen.

Die Versammlung stimmte der vom Gemeinderat vorgeschlagenen Variante schliesslich einstimmig zu, so wie auch dem Antrag, künftig die Wasseruhren nur noch jährlich abzulesen, die Rechnung aber halbjährlich zuzustellen. «Wer will, kann vierteljährlich eine Anzahlung leisten», beantwortete Ryser

eine entsprechende Frage aus der Versammlung. Zudem habe der Gemeinderat beschlossen, sagte Sollberger, die Wasserpreis bis auf weiteres um 30 Rappen auf Franken 2.60 zu erhöhen. «Das liegt in der Kompetenz des Gemeinderates und wurde im Anzeiger publiziert», erklärte Sollberger.

Neuer Zivilschutzvertrag

Die Gemeindeversammlung stimmte weiter dem neuen Zusammenarbeitsvertrag zwischen den Zivilschutzorganisationen Aare und Aare-Murg zu. Dieser ist nötig geworden, weil gemäss Gesetz eine Zvilschutzorganisation mindestens 11 000 Einwohner und eine Standardstruktur mit mindestens 80 aktiv eingeteilten Schutzdienstpflichtigen zu umfassen hat.

Unter «Verschiedenes» orientierte Burkhard, dass man Synergiene nutzen und die neue Wasserleitung zusammen mit der von der onyx geplanten Stromleitung einbauen wolle. Sollberger schliesslich gab bekannt, dass die 1. August-Feier künftig von den Feldschützen und mit 1200 Franken von der Gemeinde organisiert werde und Werner Mönch die Chronik für das neue Buch «Oberaargauer 2010» verfasst habe.

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