Biel

Der «Big Bang» ist wegen Corona-Pandemie abgesagt — trotz 25-Jahr-Jubiläum

Der «Big Bang», das Feuerwerk in der Bieler Seebucht, wurde Corona-bedingt abgesagt.

Der «Big Bang», das Feuerwerk in der Bieler Seebucht, wurde Corona-bedingt abgesagt.

Das Feuerwerk in der Bieler Seebucht Ende Juli findet cronabedingt nun doch nicht statt – dies trotz 25-Jahr-Jubiläum.

Lange Zeit war nicht klar, ob das traditionelle Feuerwerk am 31.  Juli im Bieler Seebecken nun stattfinden kann oder nicht. Andere Städte wie Genf oder Basel hatten ihre Feuerwerke schon längst abgesagt – wie auch die Stadt Bern, die allerdings aus anderen Gründen darauf verzichtet und nicht wegen des Virus. Überall im Seeland haben Gemeinden ihre 1.-August-Feiern abgesagt, aber auf der Website des Bielerseefests war von einer Verschiebung oder Absage bis letztes Wochenende nichts zu sehen. Ganz im Gegenteil: Noch bis letzte Woche musste man davon ausgehen, dass das Feuerwerk stattfindet wie geplant. Und es hätte aussergewöhnlich sein sollen, feiert man doch in diesem Jahr das 25-Jahr-Jubiläum: Diverse Neuerungen waren geplant.

Big Bang in der Bieler Seebucht 2018

Big Bang in der Bieler Seebucht 2018

Seit Montag sind zwar Veranstaltungen bis zu 1000 Personen wieder erlaubt, aber den «Big Bang», wie das Feuerwerk vom 31. Juli genannt wird, schauen sich jeweils bis zu 100'000 Personen an, mehr als die Hälfte davon am Bieler Strandboden. Auch die gesamte Flotte der BSG läuft jeweils aus mit rund 1000 Passagieren. Wie sollen da irgendwelche Abstandsregeln oder Schutzkonzepte greifen oder umgesetzt werden?

Viele Firmen sind von der Absage betroffen

Am Montag sei nun das bestätigt worden, was viele schon geahnt hätten, schreibt das «Bieler Tagblatt» BT in seiner Dienstagsausgabe. Dieses Jahr gibt es keinen «Big Bang».

Nicolas Dähler, Projektleiter beim Verein Bielerseefest, sagte gegenüber dem BT, man habe wochenlang «an möglichen Alternativen gefeilt, um das Fest doch noch in irgendeiner Art durchführen zu können». Beim Abwägen von Nutzen und Risiken habe man festgestellt, dass es nicht aufgehe. Mehrere Ideen wurden geprüft: Das Feuerwerk von Magglingen oder vom Bözingenberg zu zünden, damit Bielerinnen und Bieler es bequem von sich zu Hause aus sehen könnten. Eine wenig überzeugende Online-Übertragung wurde erwogen und eine Aufteilung auf verschiedene Seeländer Gemeinden wurde ebenso verworfen. Am härtesten trifft es wohl die Firma, die das Feuerwerk auf den zwei Barken konzipiert und durchführt, die Bugano AG. Das Bielerseefest sei einer der grössten Anlässe im Jahr, zusammen mit dem Feuerwerk in Bern, das bereits früher abgesagt wurde. Rund 100'000 Franken entgehen der Firma, wie Geschäftsführer Toni Bussmann gegenüber dem BT meinte. Dazu kommen die rund 100 Stand- und Barbetreiber am Strandboden, die heuer leer ausgehen.

Auch die Bielersee Schifffahrtsgesellschaft BSG wäre wohl bis auf den letzten Platz ausgebucht gewesen. Nun überlegt sich Geschäftsführer Thomas Mühlethaler, die am 1.  August sowieso stattfindende Rundfahrt bis in den Neuenburgersee noch auszubauen, wie er auf Anfrage mitteilt. Einzelne Buchungen für den 31. Juli, die klassische Feuerwerksausfahrt mit 3-Gang-Menü, seien zwar bereits getätigt worden, aber die meisten Interessierten habe man bereits im Vorfeld gebeten, doch erst einmal abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Der Entscheid sei für ihn nachvollziehbar, meinte Mühlethaler gegenüber dem BT. «Man kann ja den Strandboden nicht in Quadrätli einteilen.»

Verlust hält sich für Verein in Grenzen

Da man die Ausgaben frühzeitig gestoppt habe, resultiere nur ein kleines Minus, meinte Nicolas Dähler. Ausserdem habe sich der Verein in den letzten Jahren ein kleines Polster ansparen können. Jetzt braucht es nur noch Geduld: «Big Bang» soll nächstes Jahr wieder stattfinden. Ob und in welcher Form der Verein Bielerseefest allerdings das Jubiläum noch feiert in diesem Jahr, ist offen.

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