Fragebogen

Der Datenhunger des Bundes ist gross

Der Bund schaut in Wohlen hinter die Fensterläden

Der Bund schaut in Wohlen hinter die Fensterläden

Der Bund will jetzt von Mietern und Wohneigentümern in Mehrfamilienhäusern wissen, in welchem Stockwerk sie wohnen und wie gross ihre Wohnung ist. Dazu hat die Gemeinde Wohlen 4400 Fragebogen verschickt.

Jörg Baumann

Auch in Wohlen ist die Datenerfassungsübung angelaufen. Die Einwohnerkontrolle verschickte die in fünf Sprachen abgefassten Fragebogen an 4400 Mieter und Wohnungseigentümer. Die befragten Personen müssen bis 28.Februar angeben, in welchem Stockwerk sich ihre Wohnung befindet, wie viele Zimmer sie ohne Küche und Abstellkammer aufweist, wie gross die Wohnfläche ist und wo die Wohnung auf dem Stockwerk liegt. Für Fragen werden die Einwohner auf die Gratis-Hotline-Nummer der Schweizer Post (Telefon 0800 39 00 39) verwiesen.

Nummer für jede Wohnung

Jede einzelne Wohnung soll mit einer Registernummer bezeichnet werden. Die Daten fliessen in die Einwohnerregister der Gemeinden ein und werden im Rahmen der eidgenössischen Registerharmonisierung zusammengeführt. Die Einwohnerregister sollen im ganzen Land vereinheitlicht werden.

In Wohlen wurde das Datenerfassungsverfahren mit der Schweizer Post koordiniert. «Die Gemeinden tragen die erhobenen Daten in ihr Einwohnerregister ein», bestätigt Marco Häni, Leiter der Einwohnerkontrolle Wohlen. Aber der administrative Aufwand sei für seine Dienststelle gross. «Zudem müssen wir die Arbeit ohne zusätzliches Personal bewältigen.»

Walter Mischler, Chef der Aargauer Gemeindeabteilung, erläutert: «In grossen Gemeinden haben die Gemeindeverwaltungen keine Übersicht über die Lage der Wohnungen. Daher verschicken sie die Fragebogen.»

Bei einfachen Wohngebäuden ist es nicht schwierig, die Lage der Wohnungen zu beschreiben. Bei grossen Wohnblocks ist das komplexer. Im Aargau sind 1600 Gebäude mit 26000 Wohnungen in etwa 80 Gemeinden betroffen.

Werden Säumige gebüsst?

Grundsätzlich besteht bei Datenerhebungen des Bundes eine Auskunftspflicht. Ob der Befragte gebüsst wird, wenn er keine Angaben liefert, geht aus dem Begleitbrief der Gemeinde Wohlen nicht hervor. Die Gemeinde bittet die Einwohner lediglich um Mithilfe, damit «die geordnete und gesetzeskonforme Registerführung» sichergestellt werden kann.

Der Datenschutz werde bei dieser Umfrage nicht verletzt, sagt Wolfgang Rohr, stellvertretender Beauftragter für Öffentlichkeit und Datenschutz im Aargau. Die Erhebung sei durch das Bundesgesetz und die kantonalen Ausführungsbestimmungen abgesichert.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1