Windpark
Der Wind kann kommen

Der Solothurner Regierungsrat hat die Richtplananpassung genehmigt, wonach fünf Gebiete für Windparks festgesetzt wurden. Mit Beinwil, Nunningen und Seewen sind davon auch drei Schwarzbubengemeinden betroffen.

Drucken
Windrad

Windrad

Michael Nittnaus

Die betroffenen Gemeinden müssen entscheiden, ob sie auf ihrem Gebiet Wind zur Energiegewinnung nutzen wollen oder ob die Nachteile der bis zu 140 Meter hohen Anlagen überwiegen. Der Kanton Solothurn jedenfalls hat nun den Weg frei gegeben, indem er die Richtplananpassung «Windenergie - Gebiete für Windparks» genehmigte. Bernard Staub, Chef des Amtes für Raumplanung, spricht in einer Mitteilung von einem Meilenstein bei der Realisierung von Windparks im Solothurner Jura, denn nun könne in den fünf festgesetzten, Gebieten die konkrete Planung angegangen werden.

Im Schwarzbubenland betrifft dies das Gebiet Homberg zwischen Nunningen und Seewen sowie den Scheltenpass zwischen Beinwil und Aedermannsdorf. Dazu kommen mit dem Grenchenberg (betrifft Grenchen) und den Gebieten Schwängimatt (Balsthal und Laupersdorf) sowie Burg (Kienberg) drei weitere Kantonsstandorte. Zwei zusätzliche Standorte fanden den Weg in den Richtplan nur als Zwischenergebnis: Das Gebiet Passwang (Beinwil und Mümliswil-Ramiswil) und die Wisnerhöchi (Hauenstein-Ifenthal, Trimbach und Wisen). Die Beschwerde von Mümliswil-Ramiswil gegen die Gebiete Passwang und Scheltenpass wies die Regierung ab.

Widerstand eines Einzelnen

Fragt man die betroffenen Gemeinden, so scheint sich bis anhin wenig Widerstand, aber auch kaum positiver Aktivismus zu regen. In Seewen ging bei der öffentlichen Planauflage letzten Oktober jedenfalls keine einzige Einsprache ein. «Viele Leute können sich einfach noch nicht richtig vorstellen, wie ein Windrad in ihrer Landschaft wirken wird», meint die Seewner Gemeindeschreiberin Elisabeth Sterchi. Sobald ein konkretes Projekt näherrücke, dürfte es auch mehr Reaktionen geben, ist sie sich sicher. In Nunningen klingt es ähnlich: «Der frisch formierte Gemeinderat wird sich demnächst über das weitere Vorgehen beraten, aber wenn wir nicht direkt von Investoren angefragt werden, unternehmen wir nichts. Schliesslich ist die nötige Nutzungsplanänderung mit enormen Kosten verbunden», sagt Gemeindeammann Kuno Gasser. Dem schliesst sich auch der Beinwiler Ammann Remo Ankli an, der grundsätzlich dafür sei, aber noch von keinem offiziellen Interessenten gehört habe.

In Seewen und Nunningen könnte ein solcher Interessent bald konkreter werden, denn auf dem Homberg würde das Winterthurer Ingenieurbüro New Energy Scout gerne eine Anlage mit drei Windrädern bauen. Dieses im letzten Oktober präsentierte Projekt könne nach dem Regierungs-Ja nun endlich weiterentwickelt werden, sagt CEO Peter Schwer. In der Zwischenzeit habe man sich vor allem mit den Anwohnern zusammengesetzt und positives Echo erhalten. Bloss der neue Pächter des Restaurants Steinegg, Stefan Oser, leiste Widerstand. «Dabei werden gar keine Räder auf seinem Land zu stehen kommen», erklärt Schwer. Er hoffe dennoch innerhalb der nächsten 18 Monate auf eine Baubewilligung und werde bald konkreter auf die Gemeinden zugehen.

Aktuelle Nachrichten