SVP
Deshalb ist die SVP eine «Wischiwaschi-Partei»

Zuerst war die SVP kategorisch gegen den «katastrophalen» Staatsvertrag mit den USA. Dann wendeten sie wochenlang die Hälse. Das Fazit: Wo SVP draufsteht, ist SVP nicht mehr drin.

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Claudia Landolt

Man nennt sie die «Hommes politiques»: Männer, deren Lebensinhalt die Politik bedeutet. Dazu gehören unter anderem Männer, deren Teint selten fahl wird, und die sich auf Knopfdruck duellieren können - egal mit welchem Gegner -, ohne dabei auch nur einen Haus der bekannten Schlagwörter ihrer Parteidoktrin zu entledigen.

UBS und Boni: Wie Wischiwaschi ist die SVP? Mal winkte die SVP in Sachen Staatsvertrag mit einem Ja, dann drohte sie wieder mit einem Nein. Wofür steht jetzt die SVP? Für die UBS oder gegen die Grossbank, für Boni-Abzocker oder doch nicht? In der Sendung «Duell aktuell» nach der historischen Staatsvertrags-Debatte nimmt der Wirtschaftssprecher der CVP; Pirmin Bischof, Fraktionspräsdient Caspar Baader ins Gebet. Moderiert wird die Sendung von Werner de Schepper.

UBS und Boni: Wie Wischiwaschi ist die SVP? Mal winkte die SVP in Sachen Staatsvertrag mit einem Ja, dann drohte sie wieder mit einem Nein. Wofür steht jetzt die SVP? Für die UBS oder gegen die Grossbank, für Boni-Abzocker oder doch nicht? In der Sendung «Duell aktuell» nach der historischen Staatsvertrags-Debatte nimmt der Wirtschaftssprecher der CVP; Pirmin Bischof, Fraktionspräsdient Caspar Baader ins Gebet. Moderiert wird die Sendung von Werner de Schepper.

Tele M1

So einer ist Caspar Baader, der Fraktionspräsident der SVP, seines Zeichens Rechtsanwalt, Oberst, Bauernfreund, Chorsänger und Hardliner. Die Presse ging selten gnädig mit ihm um: Die NZZ empfand ihn als zunehmend «unnahbar», die SonntagsZeitung nannte ihn einen «unsympathischen Feldweibel», und diese Zeitung zitierte einmal einen ehemaligen Aargauer Nationalrat, dem Baader «unheimlich» erschien: «Er konnte nie jemandem offen in die Augen schauen. Sein Blick war immer leicht schräg, leicht abgewandt. Dadurch wirkte er immer leicht abwesend, kalt und berechnend.»

Auftritt: Der Unnahbare

Am frühen Dienstagnachmittag war er Gast in der Sendung «Duell aktuell». Gleich nach dem finalen «Ja» zum Staatsvertrag sprang der Unnahbare, dem wohl die Fähigkeit angelastet werden kann, eventuelle längere Partie-baissen schadlos auszusitzen, in Bern auf den Zug und stellte sich der Kamera, besser: CVP-Nationalrat Pirmin Bischof (SO). Dieser gilt als der kommende Mann der CVP, ein Mann von bescheidener Statur, aber mit einer gehörigen Portion Schalk in den Augen. Einer, der beisst, wenn andere schon längst die Hemdchen geworfen haben. Er bezeichnete den Staatsvertrag als «sauren Apfel», in den man beissen solle. Er unterstellte der SVP und der SP in der Diskussion um das Abkommen, sie würden einen veritablen «Ziegenhandel» verfolgen, kurz, und «ein Affentheater» machen.

Wenn zwei Gockel streiten, freut sich der Dritte

Mit Baader und Bischof haben sich zwei gefunden. Zwei Politiker, die sich nicht schonen. Ihre Rededuelle machen einen Moderator zur flankierenden Figur, man wünschte sich fast, es käme eine Vuvuzela und unterbräche die Vielredner.

Dass es dabei darum ging, ob die SVP ihr Fahrwasser verliert, wird Nebensache. Bischof bezichtigt die SVP als «Partei der Enthaltsamkeit», eine Politische Kaste, die keine Meinung mehr habe. Und für einmal tat Baader das, was er und seine Mutterpartei sonst so gerne dem Bundesrat vorwerfen: Er schwieg - und übte sich wohl für einmal in konkordantem Schweigen.

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