Migration

Deutliche Zunahme von Sonderflügen: Kosten für Ausschaffungen stiegen stark an

Total kamen die Ausschaffungskosten über Linien- und Sonderflüge auf 9,5 Millionen zu stehen. (Symbolbild)

Total kamen die Ausschaffungskosten über Linien- und Sonderflüge auf 9,5 Millionen zu stehen. (Symbolbild)

Mit Linienflügen wurden 2016 8436 Personen ausgeschafft, was auf 5,7 Millionen Franken zu stehen kam. 345 Personen wurden via Sonderflüge ausgeschafft, die Kosten von 3,8 Millionen verursachten.

Pro Person kostete damit ein Sonderflug 10 900 Franken. Total kamen die Ausschaffungskosten über Linien- und Sonderflüge damit auf 9,5 Millionen zu stehen. Das geht aus Zahlen hervor, die das Staatssekretariat für Migration (SEM) auf Anfrage lieferte.

Die totalen Ausschaffungskosten liegen damit 2016 deutlich höher als 2015 (8,3 Millionen) und 2014 (8,5 Millionen). Es sind die Sonderflüge, die dafür ins Gewicht fielen. 2015 (228 Personen) und 2014 (252 Personen) mussten jeweils rund hundert Personen weniger über Sonderflüge ausgeschafft werden als 2016.

Das machte sich in Kosten bemerkbar, die gut eine Million tiefer lagen als 2016: 2,6 Millionen 2015 und 2,8 Millionen 2014. Sonderflüge werden dann organisiert, wenn Ausreiseversuche auf einem Linienflug gescheitert sind. Oder wenn zu erwarten ist, dass die rückzuführende Person starken körperlichen Widerstand leistet. Dann wird die Person auf einem Sonderflug von mindestens zwei Polizisten begleitet.

2016 wurden gemäss Staatssekretariat für Migration 12 404 Anmeldungen für Ausschaffungsflüge verzeichnet. 3663 Anmeldungen mussten wieder annulliert oder umgebucht werden. Die Annullierungsquote lag damit bei 29 Prozent. «Untergetauchte Personen und Abflugverweigerungen machten dabei den grössten Teil aus», sagt SEM-Sprecher Lukas Rieder. «Präzise Zahlen können aber nicht erhoben werden.» Dass Staaten bei Rückschaffungsflügen ihre Landsleute nicht zurücknähmen, sei «praktisch nie der Fall», sagt Rieder.

«In seltenen Einzelfällen»

Annullierungen von Sonderflügen gebe es nur in «seltenen Einzelfällen», hält Sprecher Rieder fest. Zum Beispiel aus medizinischen Gründen, wenn etwa eine Person nicht flugtauglich ist. Oder wenn die Personen, die ausgeschafft werden sollen, nicht aufgegriffen werden können.

Meistgesehen

Artboard 1