Bundesratswahlen

Die erste CVP-Frau tritt an: Urner Justizdirektorin Heidi Z'graggen will Doris Leuthard beerben

Die Urner CVP-Politikerin Heidi Z'graggen stellt sich als Kandidatin für den Bundesrat zur Verfügung. Sie ist damit die erste CVP-Politikerin, die für einen Sitz im Bundesrat kandidiert. Ein weiterer Urner Politiker sagt ab.

Heidi Z'graggen will in den Bundesrat. In einer Mitteilung vom Donnerstag teilt die Urner CVP-Kantonalpartei ihre Kandidatur mit. «Ich bin bereit, als Urnerin, Zentralschweizerin und Schweizerin und langjähriges Mitglied einer Kantonsregierung, die Landespolitik mitzugestalten und mich in den Dienst unseres wunderbaren Landes und seiner Bevölkerung zu stellen», sagt Z'graggen.

Als Exekutivpolitikerin und Mitglied der Kantonsregierung des Kantons Uri weist sie 14 Jahre Erfahrung in einer Kollegialbehörde aus. «Durch meine Tätigkeit als Regierungsrätin und als Mitglied von mehreren schweizerischen Regierungskonferenzen bin ich mit bundespolitischen Themen vertraut», wie sie in ihrer Stellungnahme von Donnerstag schreibt. Des Weiteren führt sie die Genderdiskussion ins Feld: «Wir alle wissen, dass die Frauen in den meisten politischen Gremien der Schweiz untervertreten sind. Nur wenn Frauen sich zur Wahl stellen, können sie nominiert und gewählt werden.» Es sei ihr wichtig, «dass ich mich der Bundeshausfraktion der CVP Schweiz gerade als Frau zur Wahl stelle». Doch nicht nur das Geschlecht betont sie in der Mitteilung, sondern auch die Herkunft: Die Zentralschweiz soll nach fünfzehn Jahren wieder im Bundesrat vertreten sein.

Der Urner Isidor Baumann verzichtet auf Kandidatur

Als möglichen Kandidaten gehandelt wurde in den vergangenen Tagen auch der Urner CVP-Ständerat Isidor Baumann aus Wassen. Er sei aber nach reiflicher Überlegung zum Schluss gekommen, zu Gunsten von Heidi Z'graggen nicht als Bundesrat zu kandidieren, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Bei seinen Überlegungen habe auch sein Alter eine Rolle gespielt. Baumann ist 63 Jahre alt.

Die 52-jährige Heidi Z’graggen hat Politikwissenschaften an der Universität Bern studiert. Ihr Studium schloss sie im Jahr 2000 ab. Anschliessend verfasste sie ihre Dissertation zum Thema «Professionalisierung von Parlamenten im historischen und internationalen Vergleich». Währenddessen war sie bis 2004 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Bern.

Politisch legte die in Erstfeld wohnhafte Heidi Z’graggen eine steile Karriere hin. Von 2000 bis 2005 hatte sie das Präsidium der CVP Uri inne. 2004 wurde sie in den Regierungsrat des Kantons Uri gewählt. Als Justizdirektorin konnte sie wichtige Exekutiverfahrungen sammeln und grossen Geschäften zum Durchbruch verhelfen.

Auf eidgenössischer Ebene «gut vernetzt»

So ist sie als Regierungsrätin und Vorsitzende des regierungsrätlichen Ausschusses mitverantwortlich für die Realisierung des Tourismusresorts in Andermatt, die interkantonale Skigebietsverbindung zwischen der Surselva und dem Urserntal sowie die Förderung der Biodiversität im Berggebiet mit der Umsetzung des kantonalen Wildheuförderprogramms. In ihre Amtstätigkeit fielen auch Projekte wie die Eröffnung der Neat, die Planung der West-Ost-Verbindungsstrasse im Urner Talboden und jene des Kantonsbahnhofs, für welche sie als Verantwortliche für die Raumentwicklung im Kanton Uri wichtige Grundlagen gelegt hat.

Heidi Z’graggen ist zudem als langjährige Regierungsrätin, Präsidentin der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission, als Mitglied von mehreren Regierungskonferenzen und als ehemaliges Mitglied des Präsidiums der CVP Schweiz auch auf eidgenössischer Ebene gut vernetzt.

Sie alle wollen nicht in den Bundesrat:

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