Jugendarbeit
Die FDP will bei der Jugendarbeit bremsen

Statt die Jugendarbeit auf 250 Stellenprozente auszubauen, möchten FDP und SVP dafür nur 170 oder 190 Prozent bewilligen.

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Andreas Tschopp

Heute Abend berät der Obersiggenthaler Einwohnerrat nicht nur den Voranschlag 2010, in dem zahlreiche Sparvorschläge der Arbeitsgruppe Finanzen um-gesetzt werden sollen, sondern auch über die definitive Weiterführung des Jugendnetzes mit Untersiggenthal. Das seit 2006 laufende Pilotprojekt soll fest verankert und dabei sowohl die Schulsozialarbeit als auch die Jugendarbeit aufgestockt werden (die AZ berichtete). Während der Vorschlag des Gemeinderates, den Stellenetat der Schulsozialarbeit um 50% (25% je Gemeinde) zu erhöhen und auf die Primarstufe auszudehnen, um eine bessere Präventivwirkung zu erzielen, allgemein gutgeheissen wird, gibt es beim Ausbauvorschlag für die Jugendarbeit Widerstände.

FDP will Status quo, SVP etwas mehr

«Der Antrag, die aufsuchende Jugendarbeit in beiden Gemeinden um total 60 Stellenprozente und die offene Jugendarbeit um 20 Stellenprozente zu erhöhen sowie zusätzlich eine Praktikumsstelle zu schaffen, findet bei den Mitgliedern der FDP-Fraktion gross-mehrheitlich keine Unterstützung», lässt Fraktionschef Dieter Martin verlauten. Dass die Jugendarbeit ihre Ziele bisher nicht erreicht habe, liege nicht - wie im Evaluationsbericht erwähnt - an den mangelnden Ressourcen. Die FDP-Fraktion sieht die Ursachen der Probleme eher im Bereich der Aufbauorganisation und der Führung. «Daraus ist wohl auch erklärbar, dass die Wirkung des Jugendnetzes Siggenthal in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt ist», schreibt die FDP, die daher nur die Variante 1 mit total 170 Stellenprozent unterstützt. Etwas weiter will die SVP-Fraktion gehen und den Stellenetat für die offene Jugendarbeit um 20 auf neu 190% erhöhen. Den weiteren Ausbau um 60 auf 250% für aufsuchende Jugendarbeit könne die SVP jedoch nicht unterstützen, heisst es.

SP ganz, CVP mit knappem Mehr dafür

«Die definitive Weiterführung des Jugendnetzes wird von der SP vorbehaltlos unterstützt», teilt die Fraktion mit, die die gemeinderätlichen Anträge zur Jugendarbeit unterstützt. Das tut auch die CVP-Fraktion, aber nur mit relativer Mehrheit. Laut Fraktionschef Walter Leder gebe es keine finanziellen Vorbehalte, dafür die Befürchtung, «dass Eltern, welche ihrer Erziehungspflicht schon heute nicht nachkommen, sich noch mehr um diese Aufgabe foutieren».

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