Ausbreitung

Die Furcht vor der Schweinepest wächst - weil der Impfstoff fehlt

Kommt es in einem Gebiet mit hoher Schweinedichte zu einem Ausbruch der Krankheit, kann es zu grossen wirtschaftlichen Schäden führen. key

Kommt es in einem Gebiet mit hoher Schweinedichte zu einem Ausbruch der Krankheit, kann es zu grossen wirtschaftlichen Schäden führen. key

Die Schweiz wappnet sich für eine allfällige Einschleppung der gefürchteten Tierseuche. Es handelt sich um die Afrikanische Schweinepest (ASP). Es wäre eine Katastrophe, wenn die ASP in der Schweiz ausbrechen würde, weil es keinen Impfstoff gibt.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist auf dem Vormarsch – aus dem Osten Europas. Gelangte sie im Jahr 2007 aus Afrika nach Georgien, ist die ASP kürzlich in Weissrussland aufgetreten – in unmittelbarer Nähe zur polnischen Grenze, wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) kürzlich schrieb.

Laut Franz Geiser vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) müsse mich einem Eindringen in die EU gerechnet werden. «Das gilt auch für die Schweiz, wobei wir hier aufgrund der geografischen Distanz mehr Vorwarnzeit haben», sagte Geiser dem LID.

Rasche Bekämpfung ist wichtig

Bricht die ASP in einem kleinen und isolierten Kleinbetrieb aus, würden sich die Schäden laut Geiser in Grenzen halten, wenn die Krankheit rasch eliminiert werde. «Kommt es aber in einem Grossbetrieb in einem Gebiet mit hoher Schweinedichte zu einem Ausbruch, können die wirtschaftlichen Schäden bedeutend sein», sagte Geiser.

Entscheidend sei, dass solche Fälle rasch erkannt und gemeldet, die Ausbreitung bekämpft und die Krankheit eliminiert werde.

«Es ist höchste Vorsicht geboten», sagte Felix Grob, Geschäftsführer des Schweizerischen Schweinezucht- und Schweineproduzentenverbands «Suisseporcs» auf Anfrage.

Es wäre eine Katastrophe, wenn die ASP in der Schweiz ausbrechen würde, weil es keinen Impfstoff gebe und nur die Keulung das Problem löse. «Wir werden deshalb alles Erdenkliche dagegen unternehmen», so Grob.

Wie Judith Peter-Egli, Leiterin Schweinegesundheitsdienst (SGD), auf Anfrage erklärte, seien Schweinehalter und -züchter, aber auch Tierärzte über diese hochansteckende Seuche schon seit längerem informiert worden.

«Da die ASP nun noch näher an der europäischen Grenze ist, werden wir sie erneut sensibilisieren.» Wichtig ist dem SGD, dass die Tierärzte die verschiedenen Verläufe der ASP kennen. «Die Seuche hat häufig keinen typischen Verlauf und das macht sie auch gefährlich», so Peter-Egli.

Ursprünglich stammt der Virus der ASP von Warzenschweinen im südlichen Afrika und wurde über die Lederzecke übertragen. Eine Ansteckung ist aber auch über den Kontakt mit infizierten Schweinen und über die Aufnahme von Schweinefleisch oder Speiseabfällen möglich.

Keine Gefahr für den Menschen

Symptome der Krankheit sind hohes Fieber, Atembeschwerden sowie Rötungen und Verfärbungen der Haut. Infiziert werden können Wild- und Hausschweine. Keine Gefahr stellt die Krankheit hingegen für andere Tiere und Menschen dar.

Um das Eindringen der ASP zu verhindern, gelten laut Geiser vom BVET die allgemeinen vorbeugenden Massnahmen gegen Tierseuchen. Unter anderem sollten die Tiere vor Zeckenbissen geschützt und ihnen keine Lebensmittelabfälle verfüttert werden. Zudem sollten keine Schweinefleischprodukte aus betroffenen Ländern eingeführt werden.

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