Diese Familie steht hinter der Todesstrafe-Initiative
Diese Familie steht hinter der Todesstrafe-Initiative

Wer steht hinter der Initiative zur Wiedereinführung der Todesstrafe. Der Schleier beginnt sich zu lichten. Es handelt sich um eine Familie aus Knonau im Kanton Zürich.

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Knonau

Knonau

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Marcel Graf: Das war bisher das einzige, was man von den Hintermännern der Initiative zur Wiedereinführung der Todesstrafe in der Schweiz wusste. Nun beginnt sich der Nebel um diese Person etwas zu lichten. Bei Graf handelt es sich um einen Informatiker, der in Knonau im Kanton Zürich wohnt. Er arbeite zur Zeit als Selbstständiger, erklärte er gegenüber der «NZZ am Sonntag». Bis Ende 2009 stand er noch im Sold der Grossbank UBS und zwar als Kadermitarbeiter.

Die anderen sechs Mitunterzeichner der Initiative stammen aus seinem familiären Umfeld. Es sind Grafs Ehefrau, seine Mutter sowie zwei weitere Ehepaare aus der Innerschweiz, die mit Graffs Frau, die ursprünglich aus Asien stammt, verwandt sind.

Scheinfirma reserviert Internet-Adresse

Das Komitee führt laut NZZ am Sonntag ein Postfach in Langnau am Albis unter dem Namen «Komitee für die Todesstrafe». Graf hat zudem über seine Firma Graf Tranig die Internetadresse www. todesstrafe.ch reservieren lassen. Bei der Firma handelt es sich um eine Scheinfirma. Auf der Internet-Site ist allerdings noch nichts zu finden. Das will Graf in absehbarer Zeit ändern.

Der Grund für den Vorstoss liegt in einem Verbrechen, das in Umfeld von Graf verübt wurde. Das Delikt liege schon längere Zeit zurück, das Strafverfahren sei aber noch nicht abgeschlossen, erklärt Graf. Wieso er persönlich die Todesstrafe befürwortet, wollte Graf der Zeitung nicht sagen. «Ich stehe aber hinter dem Begehren und bin bereit, sämtliche Konsequenzen zu tragen», erklärt der Initiant.

Keiner Partei zugehörig

Die Bundeskanzlei hat die Vorprüfung der Initiative letzte Woche abgeschlossen. Das Begehren dürfte daher in der nächsten Zeit im Bundesblatt publiziert werden. Ab diesem Datum läuft die Frist zur Unterschriftensammlung. Grafs haben dann 18 Monate Zeit, 100000 Unterschriften zusammenzubringen. Laut Graf gibt es bereits jetzt Anfragen, wo man unterschreiben könne, einige Unterschriften lagen laut seinen Angaben bereits im Briefkasten des Komitees.

Graf setzt bei der Unterschriftensammlung auf elektronische Medien. Denn das Komitee verfügt über keine finanziellen Mittel. Und auch politische Erfahrung bringen die Initianten keine mit. Graf sagt, er sei parteilos und wolle das auch bleiben. Er möchte sich auch nicht einer Partei anschliessen, um der Unterschriftensammlung Schub zu geben. (rsn)

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