Drogen

«Drei Monate Chemiestudium reichen, um Designer-Drogen selbst herzustellen»

Synthetische Drogen werden immer häufiger konsumiert (Archiv)

Synthetische Drogen werden immer häufiger konsumiert (Archiv)

Der Bund hat seine Liste illegaler Substanzen erweitert. Rückwirkend per 1. Dezember sind synthetische Versionen von Heroin, Kokain oder LSD nicht mehr frei erhältlich und als illegal erklärt.

In der Schweiz tauchen immer wieder Drogen auf, die zwar eine ähnliche Wirkung haben wie Heroin, Kokain oder LSD, aber legal sind, da sie künstlich hergestellt wurden und ihre chemische Zusammensetzung noch nicht offiziell bekannt ist. Dies gestaltet den Kampf gegen illegale Drogen schwierig. Der Bund ist daher regelmässig bemüht, diese Substanzen zu finden und auf ihre Liste illegaler Drogen zu stellen. Rückwirkend per 1. Dezember wurde diese Liste nun um 46 Einzelsubstanzen erweitert, wie das Eidgenössische Departement des Inneren in einer Medienmitteilung schreibt.

Gemäss Hans-Beat Jenny, Leiter Bereich Bewilligungen von der Schweizerischen Überwachungsbehörde für Heilmittel Swissmedic werden chemische Drogen von bekannten Substanzen abgeleitet, die halluzinogene, berauschende oder aufputschende Wirkung haben. «Eine solche Substanz kann in einem gut ausgerüsteten Keller entstehen», so Jenny. Chemiekenntnisse würden dafür nur wenige gebraucht. «Drei Semester Chemiestudium reichen.»

Internationale Kontrollmechanismen


Auf die Liste der illegalen Substanzen werden die Drogen gesetzt, wenn sie bei einer Drogenrazzia beschlagnahmt werden und das Forensische Institut herausfindet, dass die Substanzen bislang unbekannt waren. Zudem ist Swissmedic in ständigem Kontakt mit Kollegialbehörden. «Wir tauschen uns mit anderen Europäischen Ländern, wie beispielsweise Deutschland, England und Frankreich aus, um unsere Liste aktuell zu halten», sagt Jenny.


Mit der Revision des Betäubungsmittelgesetzes hat das Parlament die Grundlage geschaffen, so genannte Designer-Drogen der Kontrolle zu unterstellen. Nach der erstmaligen Aufnahme von 52 Substanzen und 7 Derivaten unter das Betäubungsmittel-Gesetz im Dezember 2011, folgte nun die zweite Tranche. «Ursprünglich dachten wir, dass wir die Liste zwei bis drei Mal pro Jahr aktualisieren», so Jenny. Swissmedic habe angenommen, die illegalen Drogen würden schneller entwickelt als dies tatsächlich der Fall ist. «Wir haben aber die Möglichkeit, jederzeit eine neue Substanz aufzulisten.»

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