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«Ein Polizist im Dorf ist Gold wert»

Geroldswil: Der Gemeinderat will einem möglichen Polizeiverbund rechts der Limmat nicht beitreten. (Archiv)

Symbolbild Polizei

Geroldswil: Der Gemeinderat will einem möglichen Polizeiverbund rechts der Limmat nicht beitreten. (Archiv)

Mit der Einstellung eines zweiten Polizisten will die Gemeinde Geroldswil dem Bedürfnis nach verstärkter Polizeipräsenz im Dorf nachkommen. Der Beitritt zum Polizeiverbund rechts der Limmat ist damit vom Tisch.

Sandro Zimmerli

Der seit einigen Jahren zur Diskussion stehende Polizeiverbund rechts der Limmat wird nicht wie ursprünglich geplant alle fünf Gemeinden umfassen. Der Gemeinderat Geroldswil hat sich entschieden, diesem nicht beizutreten und stattdessen eine weitere Stelle für einen zweiten Polizeibeamten zu schaffen. Diese muss allerdings noch von der Gemeindeversammlung bewilligt werden. Dies geht aus einer gestern veröffentlichten Mitteilung hervor.

«Ein Polizist im Dorf ist Gold wert», fasst Geroldswils Gemeindepräsidentin Ursula Hofstetter die Überlegungen des Gemeinderates zusammen. Trotz diesem Entscheid sei man aber immer offen für eine weitere Zusammenarbeit mit den anderen Gemeinden.

Eingeschränkter Einfluss

Im Detail wird der Entscheid unter anderem mit finanziellen und organisatorischen Überlegungen begründet. So sei den fünf Gemeinden jüngst der Vorschlag unterbreitet worden, in Weiningen einen zentralen Posten mit acht Polizeibeamten für die fünf Ge-meinden rechts der Limmat einzurichten. Dies, so schreibt der Geroldswiler Gemeinderat, würde einen Zwei-schichtbetrieb ermöglichen. Zudem könnten die Ressourcen gebündelt werden. Man habe sich deshalb intensiv mit diesem Vorschlag auseinandergesetzt, sei aber zum Schluss gekommen, dass es besser sei, eine zweite Polizeistelle in der Gemeinde zu schaffen.

So sei das Bedürfnis der einheimischen Bevölkerung nach verstärkter Polizeipräsenz stark gestiegen. Mit einem regionalen Polizeikorps wären aber die Einsatzmöglichkeiten in Geroldswil eingeschränkt. Auch die Einflussmöglichkeiten auf Einsatzpläne und deren Abstimmung auf die Bedürfnisse der Gemeinde - beispielsweise Kontrollen auf dem Dorfplatz, den Freizeitanlagen und bei Veranstaltungen - würden deutlich geringer.

Infrastruktur ist bereits vorhanden

Ein anderer Punkt, heisst es weiter, sei die vorhandene polizeiliche Infrastruktur - die Büros, das Dienstfahrzeug. Mit einem zweiten Polizeibeamten könne die Stellvertretung und somit eine lückenlose Anwesenheit von Ordnungskräften bewerkstelligt werden. Nachtpatrouillen würden mit dem eigenen Personal erfolgen. Insgesamt könnten so Einsparungen erzielt werden, da beispielsweise der Beitrag an die Kantonspolizei entfallen würde. Zudem würde das alles ohne Abbau von Dienstleistungen erfolgen.

Ein gemeinsames Vorgehen der anderen Gemeinden rechts der Limmat dürfte trotz dem Entscheid aus Geroldswil unerlässlich sein. Neben Geroldswil verfügt nur Weiningen über eine eigene Gemeindepolizei. Die drei übrigen Gemeinden haben von den beiden anderen polizeiliche Dienstleistungen eingekauft oder die Aufgaben der Kantonspolizei überlassen. Zudem haben Schlieren und Dietikon erst vor wenigen Tagen den Polizeivertrag mit Weiningen, Geroldswil und Uitikon gekündigt (Ausgabe vom 25. Juni). Begründet wurde der Schritt damit, dass der Vertrag nicht mehr zeitgemäss sei.. Um diesen zu bewältigen braucht es beides, den motorisierten Verkehr als auch den öffentlichen Verkehr. Wir setzen im Limmattal sehr auf öffentlichen Verkehr, wie auch das Projekt Stadtbahn zeigt. Auch der Langsamverkehr wird gefördert. Man kann uns wirklich nicht vorwerfen, wir hätten nichts unternommen.

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