Kriminalität
Einbrüche belasten Haftpflicht- und Haushaltsversicherungen

Gemäss einer Befragung des Internetvergleichsdiensts comparis.ch geht mehr als ein Drittel aller Haftpflicht- und Hausratsschäden auf das Konto von Einbrechern. Jeder zweite Schaden kostet mehr als 4000 Franken.

Von Roman Seiler
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Die Befragten wissen, von was sie reden. Sie gaben laut dem Internetvergleichsdienst comparis.ch bei der Suche nach einem neuen Versicherer an, sie hätten einen Schaden erlitten. Dabei schildern sie, was passiert ist und wie hoch der erlittene Schaden gewesen ist. Befragt hat der comparis.ch dazu 2400 Nutzer des Internetvergleichsdiensts.

Gemäss dieser Umfrage verursachen Einbrecher oder Diebe 39 Prozent aller Hausratsschäden in der Schweiz. Davon entfielen zwei Prozent auf gewaltsame Raubüberfälle, elf Prozent auf Einbrüche und 26 Prozent auf sogenannt einfache Diebstähle. Dazu zählen geklaute Gartenmöbel oder aus einer Wohnung entwendete Gegenstände, die ein Dieb mitlaufen lässt, ohne Türen aufzubrechen, oder Fenster einzuschlagen. Die einfachen Diebstähle sind offenbar die häufigste Ursache für Hausratsschäden in der Schweiz.

Auf Anfrage der «Nordwestschweiz» bestätigt ein Sprecher des Versicherungskonzerns AXA Winterthur, dass 60 Prozent der Hausratsschäden «durch kriminelle Handlungen» verursacht werden. Zudem sei die Zahl an gemeldeten Fällen in den letzten zwei Jahren «um über 45 Prozent» angestiegen. Bei der Schweizerischen Mobiliar beläuft sich der Schadenaufwand in der Hausratsversicherung wegen Diebstahl gar auf 67 Prozent. Beim Versicherer Helvetia waren dagegen gemäss eines Sprechers hingegen nur rund neun Prozent der Hausratsschäden die Folge von Einbrüchen, Diebstählen oder Beraubungen.

Spielraum bei den Schadenskosten

Dabei geht es um viel Geld. «Jeder zweite Hausratsschaden durch Einbruch kostet die Versicherer mehr als 4000 Franken», schreibt comparis.ch im Communiqué zur heute morgen veröffentlichten Umfrage. Das sind 500 Franken mehr als in der vor zwei Jahren publizierten Analyse. Gemäss comparis-Sprecher Felix Schneuwly zählen dazu nicht nur das Diebesgut, sondern auch die Kosten zur Behebung der von den Einbrechern verursachten Schäden wie aufgebrochene Türen oder Fenster.

Diese Aussage ist offenbar zu konservativ. Bei AXA Winterthur beläuft sich die durchschnittliche Schadensumme bei einem Einbruch auf 6500 Franken. Das sind 900 Franken mehr als 2010. Bei der Helvetia sind es im Schnitt 5300 Franken. Ein einfacher Diebstahl kostet diesen Konzern im Schnitt 750 Franken.

Im Aargau sind 30 Prozent der Schäden durch Kriminelle verursacht

Gemäss comparis.ch verursachen im Kanton Genf Kriminelle 60 Prozent aller Hausratsschäden, im Kanton Zürich 46 Prozent und im Kanton Basel-Stadt 44 Prozent. In den Kantonen Aargau und Baselland beläuft sich diese Quote auf über 30 sowie im Kanton Solothurn auf über 20 Prozent der Fälle.

Dass Einbrüche Hochkonjunktur haben, schlägt sich auch in der Polizeistatistik des Bundes nieder. 2012 stieg deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 61’100. Dazu kamen 12’600 einfache Diebstähle.

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