Schweiz

«Es braucht griffige Kriterien»: Bund und Kantone tauschen sich über Grossveranstaltungen aus

Lukas Engelberger und Alain Berset informierten am Donnerstag über den Austausch.

Lukas Engelberger und Alain Berset informierten am Donnerstag über den Austausch.

Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen sind ab Oktober unter bestimmten Bedingungen wieder erlaubt. Bewilligungen können aber kurzfristig auch wieder entzogen werden.

(agl) Gesundheitsminister Alain Berset hat sich am Donnerstag zu einer ausserordentlichen Versammlung mit den Gesundheitsdirektorinnen und -Direktoren der Kantone getroffen. Sie tauschten sich ein erstes Mal über die Durchführung von Grossveranstaltungen ab Oktober aus. «Es braucht griffige Kriterien» sagte Lukas Engelberger, Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK). Viele Veranstalter seien schweizweit aktiv, auch Sportveranstaltungen fänden im ganzen Land statt. Man wolle auf diese Weise auch Wettbewerbsverzerrungen verhindern.

«Gleichzeitig müssen wir aber flexibel bleiben», sagte Bundesrat Alain Berset. Die Planbarkeit bleibe in der aktuellen Situation unsicher und Bewilligungen für Veranstaltungen könnten auch kurzfristig wieder entzogen werden. Dies ohne Entschädigung, ergänzte Engelberger. «Veranstalter sind Unternehmer und tragen in einem solchen Fall das Risiko», so der GDK-Präsident.

Digitalisierung rasch vorantreiben

Es gehe bei der Bewilligung von Grossveranstaltungen nicht darum, mit dem Feuer zu spielen und zu schauen, was passiert, so Berset. Es gehe jetzt darum, in der aktuell fragilen Situation ein neues Gleichgewicht zu finden. Beim gemeinsamen Austausch habe man festgestellt, dass die Kantone aktuell noch mit den Infektionen Schritt halten können. Auch die Zusammenarbeit mit dem Bund funktioniere gut.

Ein Problem sei jedoch, dass die klinischen Informationen zu den Corona-Erkrankten in 40 Prozent der Fälle nicht an den Bund weitergegeben würden. «Das ist in einer Pandemie inakzeptabel», so der Bundesrat. «Wir müssen gemeinsam die Digitalisierung rasch vorantreiben, um sichere Daten zu den Infizierten zu haben.»

Was die Grossanlässe betrifft, werden nun als nächstes die genauen Bewilligungskriterien festgelegt. Am zweiten September sollen diese dem Bundesrat vorgelegt werden. Wie es in einer Mitteilung des Eidgenössischen Departements des Innern und der GDK vom Donnerstag heisst, sollen die Spiele der nationalen Fussball- und Eishockeyligen dabei spezifisch geregelt werden. Ein Treffen mit den Vertretern der Profiligen sowie Swiss Olympic habe bereits stattgefunden.

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