Der tragische Tod eines Kondukteurs in Baden wirft Fragen auf. Der Mann war am vergangenen Sonntag kurz nach Mitternacht von der Türe eines Interregio-Zuges eingeklemmt worden, als dieser den Bahnhof Baden verliess. In der Folge wurde der SBB-Angestellte mitgeschleift und erlitt tödliche Verletzungen. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle geht von einem technischen Defekt beim Einklemmschutz aus. Der Wagen vom Typ EW IV verfügt über ein solches System, um Unfälle wie den vom Wochenende zu verhindern.

Bei den SBB und Bahngewerkschaftern ist die Betroffenheit gross. Andreas Menet, der Präsident des Zugpersonalverbands, verlangt Sofortmassnahmen von den SBB. Die Wagen sollen von der Schiene – und erst nach einer eingehenden Kontrolle wieder in Betrieb genommen werden. «Schliesslich geht es um Menschenleben», sagt er zur CH-Media-Redaktion. Insgesamt sind in der ganzen Schweiz 493 Wagen des betreffenden Typs im Einsatz.

Den Tränen nahe: SBB-Chef Andreas Meyer äussert sich emotional zum tragischen Unglück am Badener Bahnhof, bei dem ein Zugblegleiter ums Leben kam. (Bellinzona, 8.8.2019)

SBB-Chef Andreas Meyer äussert sich emotional zum tragischen Unglück am Badener Bahnhof, bei dem vergangene Samstagnacht ein Zugblegleiter ums Leben kam.

Laut SBB-Chef Andreas Meyer war der Unglückswagen wenige Tage vor dem Unfall in Baden kontrolliert worden. Die Bahn will die Wagen des betroffenen Typs nun einer zusätzlichen Kontrolle unterziehen und den Abfertigungsprozess überprüfen. Sämtliche Wagen werden die SBB bis dahin aber nicht ausser Betrieb nehmen. «Ohne sie könnten wir den Bahnbetrieb nicht gewährleisten», sagt ein Sprecher. Aufgrund des heutigen Wissensstands sei eine spezifische Kontrolle des Einklemmschutzes bei der nächsten regulären Kontrolle ausreichend.