Terror
«Es handelt sich um keine Verwechslung, der Imam ist Extremist»

Der Journalist Kurt Pelda hält an seinen Recherchen über die sogenannte Winterthurer IS-Zelle fest. Einzig beim Alter des radikalen Imams A.E. habe er sich getäuscht.

Daniel Fuchs
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Der Winterthurer Imam A.E.

Der Winterthurer Imam A.E.

watson/Rafaela Roth

Gemäss Recherchen des Journalisten Kurt Pelda in der „Weltwoche“ von letzter Woche soll der Winterthurer Imam A.E. eine wichtige Rolle in der Rekrutierung von Schweizer Dschihadisten spielen.

Er verbreite radikale Ideen und rufe zu Gewalt auf, so werfen es A.E. verschiedene Quellen Peldas vor.

Winterthur und die an Nur (das Licht) Moschee sorgten schon vorher immer wieder für Schlagzeilen als Hort des Radikalismus. Peldas Geschichte drehte auch am Wochenende weiter.

Und schliesslich, als der Imam A.E. ein Wackelfoto von sich selbst auf der Titelseite des „Sonntagsblick“ prangen sah, fühlte er sich genötigt, in die Offensive zu gehen. Dem Online-Medium „Watson“ gewährte er ein exklusives Interview.

Darin sagte er, es müsse sich um eine Verwechslung handeln. Er verbreite gar kein radikales Gedankengut, im Gegenteil: Die Moschee habe ihn erst vor acht Monaten nach Winterthur geholt, gerade um Jugendliche davon abzuhalten, nach Syrien zu ziehen.

Kurt Pelda widerspricht. Zur „Nordwestschweiz“ sagt er: „Es handelt sich um keine Verwechslung, der Imam verbreitet extremistisches Gedankengut.“ Einzig das Alter habe er nicht mehr genauer überprüft, sagt Pelda: „Ich hatte die Altersangabe vom Online-Register moneyhouse.ch.“

In der „Weltwoche“ schrieb Pelda vom 39-jährigen Imam. Dieser selbst sagt auf „Watson“, er sei 51 und nie von Pelda kontaktiert worden.

Das stimme, sagt Pelda. Aus Bedenken um die Sicherheit seiner Quellen, seiner Familie und seiner selbst habe er verzichtet, A.E. mit den Recherchen zu konfrontieren.

„Unter den radikalen Kreisen, die in der an Nur Moschee auch verkehren, hat es gewaltbereite Anhänger“, so Pelda.

Im Interview mit „Watson“ bestätigt A.E. Peldas Recherchen, in Libyen gegen Diktator Gaddafi und für einen Islamischen Staat gekämpft zu haben, „mit demokratischen Mitteln“ allerdings. Und er bestätigt, Mitglied der Libyan Islamic Fighting Group gewesen zu sein.

Einer Gruppierung, die 2001 von der UNO auf die Liste der al-Kaida-nahen Organisationen gesetzt worden war. „Damit bestätigt er, einer islamistischen Terrorgruppe angehört zu haben“, so Kurt Pelda zur „Nordwestschweiz“.

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