Gesundheit

Es kränkelt und hustet im Gesundheitsbereich

Im Pflegebereich droht ein Personalmangel – die Rüge der GPK, es werde zu wenig gemacht, prallt an den Verantwortlichen aber ab. (Archiv)

Altenpflege

Im Pflegebereich droht ein Personalmangel – die Rüge der GPK, es werde zu wenig gemacht, prallt an den Verantwortlichen aber ab. (Archiv)

Für die GPK sind die Massnahmen gegen den Mangel von Fachpersonal im Pflegebereich zu wenig wahrnehmbar.

Regula Vogt-Kohler

Mehr Öffentlichkeitsarbeit, mehr Ausbildungsplätze für die Berufslehre Fachangestellte Gesundheit, Modelle für Quereinsteigerinnen: Mit diesen und weiteren Massnahmen versucht eine Arbeitsgruppe, gegen den drohenden Fachkräftemangel im Pflegebereich anzugehen.

Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Rates fordert in ihrem Bericht zum Verwaltungsbericht des Regierungsrates eine Verstärkung der Anstrengungen im Erziehungs- und im Gesundheitsdepartement.

Angst vor Pflegenotstand

Weil viele Ausbildungsplätze im Bildungsgang Pflege Höhere Fachschule (HF) nicht belegt werden können, befürchtet die GPK, dass es wegen Mangels an diplomierten Fachkräften zu einem Pflegenotstand kommen könnte. «Die Massnahmen müssen spürbarer, wahrnehmbarer werden. Sie sind auf dem Papier vorhanden, ihre Umsetzung ist jedoch nicht sichtbar», präzisiert Franziska Reinhard (SP/Riehen), das für den Bereich Erziehungsdepartement zuständige GPK-Mitglied, auf Anfrage. «Man ist noch zu stark am Denken und zu wenig am Handeln.»

Die involvierten Institutionen haben erste Schritte bereits eingeleitet. 2008 befassten sich Delegationen der öffentlichen und privaten Spitäler, der Heime, der Spitex, des Bildungszentrums Gesundheit und der Berufsverbände sowie weitere Organisationen an zwei Tagungen mit dem Thema «Nachwuchs im Pflegebereich». Ein daraus resultierendes Massnahmenpaket wird nun in einer Arbeitsgruppe unter der Führung von Peter Zeller, Leiter Personal im Gesundheitsdepartement, umgesetzt.

Verunsicherung ist gross

Bei den Schwierigkeiten, genügend qualifiziertes Personal für den Pflegebereich zu finden, spielen mehrere Aspekte eine Rolle. Ein Pflegeberuf steht für viele junge Leute wegen der grossen psychischen und physischen Belastung nicht zuoberst auf der Liste. Dazu kommen die laufenden Reformen im Ausbildungsbereich. Dies hat zu einer Verunsicherung geführt, auch an der Front, wie Franziska Reinhard in Gesprächen mit Leuten in der Praxis festgestellt hat.

Der Hauptgrund dafür, dass ein Teil der Ausbildungsplätze im Bildungsgang Pflege HF leer geblieben ist, liegt wohl darin, dass der Zugang zu den neuen Pflegeausbildungen höhere Anforderungen als der Zugang zu den früheren Ausbildungen stellt.

Den nicht besetzten Ausbildungsplätzen auf dem HF-Niveau steht ein Manko an Ausbildungsplätzen für die Berufslehre Fachangestellte Gesundheit gegenüber. «Mit einem erweiterten Lehrstellenangebot können wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Arbeitslose Jugendliche verhindern und längerfristig die Anzahl Pflegende sicherstellen. Erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen der FAGE-Ausbildung steht ausserdem der Zugang zur Höheren Fachschule des Gesundheitswesens offen», sagt Peter Zeller dazu.

Die Arbeitsgruppe prüft zudem Modelle einer berufsbegleitenden Ausbildung für Berufsumsteigerinnen, ein Finanzierungsmodell für attraktivere Ausbildungslöhne für Quereinsteiger ab 30 sowie Entschädigungen für Berufsbilderinnen und -bildner.

Kritik zurückgewiesen

Zeller weist die Kritik der GPK zurück und betont, dass mit der Vernetzung und dem gemeinsamen Massnahmeplan ein erfolgreicher Schritt getan sei. Massnahmen gelte es von der Ist-Zahl der Auszubildenden und dem Ausbildungsbedarf abzuleiten, aufeinander abzustimmen und im Bedarfsfall zu verstärken.

Mehr Infos zum Bildungsgang Pflege Höhere Fachschule: www.bzgbs.ch; Gratis-Info Line 0800 567 567 für Interessierte an Gesundheitsberufen

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