Bezirksgericht Baden

Fall Anna: Grossmutter und Vater werden verurteilt – das sind ihre Reaktionen

Fall Anna: Grossmutter und Vater werden verurteilt – das sind ihre Reaktionen

Das sagten Martina und Beni Hess nach dem Urteil am Donnerstag in Baden gegenüber Tele M1.

Nach dem Urteil des Bezirksgerichts Baden zeigen Martina und Beni Hess kein Verständnis und sind enttäuscht von der Rechtsprechung.

Am Donnerstag mussten sich Martina und Beni Hess wegen mehrfacher Entführung ihrer Enkelin bzw. Tochter Anna vor dem Bezirksgericht Baden verantworten. Der Vater wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten, die Grossmutter von 16 Monaten verurteilt. Zudem müssen beide eine Busse und Schadenersatz an Annas Mutter zahlen.

Nach dem Urteil des Bezirksgerichts Baden äussert sich Grossmutter Martina Hess gegenüber dem Regionalsender Tele M1 (Video oben) folgendermassen: «Ich finde das Urteil überhaupt nicht der Situation angemessen, weil es dem Kind und dem Kindswillen überhaupt nicht gerecht wird.» Auch Vater Beni Hess ist konsterniert. Er verstehe die Gesetzgebung, sagt aber: «Ich finde es schade.» Ein Mädchen im Teenager-Alter könne sich vor Gericht nicht mehr Gehör verschaffen «als ein Stuhl».

Flucht nach Frankreich

Hintergrund des Prozesses ist ein Konflikt zwischen der Mutter und dem Vater, die sich nicht auf den Wohnort von Anna einigen konnten. Beni Hess zog im Jahr 2014 mit Anna, die bis anhin bei der Mutter in Mexiko lebte, dauerhaft in die Schweiz.

Das Bundesgericht ordnete die Rückführung nach Mittelamerika an, woraufhin Martina Hess mit Anna nach Frankreich flüchtete. Die Polizei brachte sie schliesslich an den Flughafen, das Mädchen musste zurückreisen. 2018 holte Beni Hess seine Tochter definitiv in die Schweiz zurück, nun gab ihm das Bundesgericht recht. (gia)

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