Familienzentrum Rheinfelden
Familienzentrum droht das Aus

Für ein familienfreundliches Begegnungszentrum besteht in der Zähringerstadt Bedarf. Das erkannte der Elternverein und realisierte im Oktober 2008 solch einen Treffpunkt. Trotz attraktiven Angeboten bleibt die Zukunft ungewiss.

Drucken
elternverein.jpg

elternverein.jpg

Aargauer Zeitung

Peter Rombach

Pro Familien entscheiden Kommentar von Peter Rombach Dem Rheinfelder Elternverein gelingt es seit Jahren, den Worten vor allem Taten folgen zu lassen. Bestes Beispiel ist das Fami-lieninformationszentrum. Solch eine Einrichtung fehlte in der Stadt. Der Zulauf si-gnalisiert, dass Bedarf vorhanden ist, folglich engagieren sich die Freiwilligen gerne. Erfolg müsste beflügeln, doch von vornherein wurde dem «Kind» des Elternvereins kein langes Leben verordnet. Schluss nach zwei Jahren: Das kann es sicherlich nicht sein. Zumal die Zahl jener Familien zunimmt, die qualifizierte Beratung, Betreuung und Beziehung brauchen. Dem Stadtrat ein Konzept vorzulegen, war ein geschickter Schachzug. Nun kann die Thematik nochmals erörtert werden. Da die Behördenmitglieder in dieser Legislatur schon oft ihre soziale Ader zeigten, schwindet die Hoffnung nicht, dass sie pro Familien entscheiden.peter.rombach@azag.ch  

Pro Familien entscheiden Kommentar von Peter Rombach Dem Rheinfelder Elternverein gelingt es seit Jahren, den Worten vor allem Taten folgen zu lassen. Bestes Beispiel ist das Fami-lieninformationszentrum. Solch eine Einrichtung fehlte in der Stadt. Der Zulauf si-gnalisiert, dass Bedarf vorhanden ist, folglich engagieren sich die Freiwilligen gerne. Erfolg müsste beflügeln, doch von vornherein wurde dem «Kind» des Elternvereins kein langes Leben verordnet. Schluss nach zwei Jahren: Das kann es sicherlich nicht sein. Zumal die Zahl jener Familien zunimmt, die qualifizierte Beratung, Betreuung und Beziehung brauchen. Dem Stadtrat ein Konzept vorzulegen, war ein geschickter Schachzug. Nun kann die Thematik nochmals erörtert werden. Da die Behördenmitglieder in dieser Legislatur schon oft ihre soziale Ader zeigten, schwindet die Hoffnung nicht, dass sie pro Familien entscheiden.peter.rombach@azag.ch  

Aargauer Zeitung

Was sich innerhalb eines Jahres im Haus des ehemaligen Tourismus- und Kulturbüros am Zähringerplatz entwickelte, beweist viel Engagement des Elternvereins Rheinfelden. Montags gibt es mit dem Nähatelier des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) ein Integrationsangebot, dienstags und donnerstags ist am Vormittag Kinderbetreuung. Jeweils am ersten Mittwochmorgen im Monat steht das Impuls-Café mit einem «Input-Thema» auf dem Programm. Ferner gibt es einen Treff für Männer und Frauen aus anderen Kulturen und das Netzwerk Asyl zeigt Präsenz.

Der Elternverein suchte schon längere Zeit nach Räumen für das erfolgreiche Kontakt-Café und Sitzungen der verschiedenen Vereinsressorts. Mit dem Verein Schjkk (Schüler-, Jugend- und Kinderkultur), der sich in der gleichen «Suchsituation» befand, gab es rasch Gleichschritt.

«Die Grundidee war, ein Kulturhaus und ein Familieninformationszentrum (FIZ) unter einem Dach für die Bevölkerung zugänglich zu machen», beschreiben Nicole Seeholzer, Präsidentin Elternverein, und Schjkk-Geschäftsführerin Liliane Regitz die Ausgangslage. Und sie sind dankbar: Bei der Suche habe die Stadt Rheinfelden Hand geboten und ihr Haus am Zähringerplatz zur Nutzung vorgeschlagen. «Aber leider konnten wir die Grundidee mangels Platz nur bedingt realisieren.»

FIZ fast immer ausgebucht

«Die Stadt subventioniert die Räumlichkeiten des FIZ befristet auf auf zwei Jahre», hebt Seeholzer hervor und freut sich: «Das FIZ wird rege als Kursort und Treffpunkt für Familien genutzt. Es ist fast immer ausgebucht.» Der Bedarf an grösseren und mehr Räumen sei vorhanden, das Echo auf die Initiativen des Elternvereins in der Rheinfelder Bevölkerung klinge «sehr positiv», unterstreicht Präsidentin Seeholzer.

Das Aus gilt - trotz deutlichen Erfolgen - als beschlossene Sache. Bislang. Dennoch wollen die Verantwortlichen nicht so schnell die Flinte ins Korn werfen. Um über die impulsreiche Arbeit zu informieren und aufzurütteln, plant das FIZ am Samstag, 19. September, ein Halbzeitfest.

Personelle Ressourcen fehlen

Illusionslos bekennt Präsidentin Seeholzer: «Auf Dauer fehlen uns die personellen Ressourcen auf ehrenamtlicher Basis. Deshalb kann der Vorstand des Elternvereins dieses Projekt nicht länger als zwei Jahre tragen.»
Den völlig sang- und klanglosen Abschied gibt es nicht: «Ein Konzept für ein familienfreundliches Begegnungszentrum wurde dem Stadtrat am 15. Juni 2009 vorgestellt.» Nun sei es in der Vernehmlassung, gibt Nicole Seeholzer die Hoffnung noch nicht auf. Allerdings: Im Falle einer stadträtlichen Ablehnung werde es ab Herbst 2010 keine Begegnungsstätte im Sinne des FIZ mehr geben.

Aktuelle Nachrichten