Flanieren wie Kaiserin Eugénie

Ennetbaden hat Grosses vor: Ne-ben Millionen-Investitionen in neue Schulbauten und zur Um-gestaltung des Postplatzes hat der Souverän über die Projektierung eines Stegs entlang der Goldwand und über die Limmat in die Bäder zu befinden.

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Limmat Ennetbaden.jpg

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Aargauer Zeitung

Andreas Tschopp

Investitionsschub prägt das Budget

Der Voranschlag der Gemeinde Ennetbaden für 2010 schliesst bei Aufwendungen von 15,6 Millionen (+1,6 Mio. gegenüber 2009) ausgeglichen ab. Er wird jedoch geprägt durch die anstehenden grossen Investitionen (siehe Haupttext). Über 9,4 Millionen sollen nächstes Jahr investiert werden. Bei einem Cashflow von gut 2,5 Millionen ergibt sich so ein Finanzierungsfehlbetrag von 6,8 Millionen. Der Steuerfuss von 95% bleibt, doch steigt die Nettoverschuldung auf gegen 15 Millionen. Das lasse sich «verkraften, wenn der Steuerertrag nicht einbricht», betont Finanzvorstehrin Elisabeth Hauller. Sie erwartet 2010 leicht höhere Steuereingänge von gut 12 Millionen. Höher fällt auch der Finanzausgleich aus. Nötig wird laut Hauller ferner die Erhöhung des Abwasserpreises (Fr. 2.50 auf 3.20). (atp)

«Projektierungskredit Gestaltung Badstrasse, Goldwandsteg und Pont d'Eugénie» ist ganz profan das Traktandum 6 betitelt, das an der Gemeindeversammlung vom 12. November in Ennetbaden behandelt wird. Beantragt werden 350 000 Franken für die Planung einer Flaniermeile, wie sie einst im 19. Jahrhundert in der Hochblüte der Badener Bäder bestanden haben soll. Damals, so wird erzählt, soll die französische Kaiserin Eugénie im Grand-Hotel (erbaut 1875, gesprengt 1944) residiert haben und gerne über den Steg, der von dort zur Goldwand nach Ennetbaden führte, flaniert sein.

In Erinnerung an den berühmten Badegast soll nun unter dem Namen «Pont d'Eugénie» ein neuer Steg von den Badener Bädern, die dank dem erwählten Botta-Projekt neu erblühen sollen, über die Limmat zum Oederlin-Areal gelegt und von dort der Goldwand entlang weiter zur Ennetbadener Badstrasse geführt werden. Vorerst soll die Machbarkeit der neuen Verbindung geprüft werden, die dann frühestens in 5 Jahren realisiert wird.

14 Millionen für Schule und Postplatz

Denn vorher stehen weit grössere Investitionsbrocken für die Gemeinde an. Da ist vorab der Kredit von über 7,7 Millionen für den Neubau des Schulhauses Grendel, das auch eine Photovoltaikanlage erhalten soll. Dafür werden separat 215 000 Franken beantragt. 2,5 Millionen Franken beträgt der Kreditantrag für einen Neubau für die Tagesstrukturen und die Spielgruppe im Bachteli (die AZ hat beide Vorhaben bereits vorgestellt). Weitere 3,725 Millionen werden für die Neugestaltung des Postplatzes beantragt. Darin enthalten sind über eine Million für Werkleitungserneuerungen und Regenwasserrückhalteanlagen. Der Postplatz soll neu gepflästert und eine kleine Wasserrinne darüber geführt werden. Auch der alte Brunnen soll einen neuen Platz darauf erhalten.

Römerfunde: Kein Zerstörungsverbot

Der Ennetbadener Souverän hat weiter noch das Konzept für den Umgang mit archäologischen Funden zu genehmigen. Diese sollen erfasst und dokumentiert werden. Auf ein generelles Zerstörungsverbot soll aus Kos-tengründen aber verzichtet werden.

Gemeindeversammlung Am Donnerstag, 12. November, 20 Uhr in der Turnhalle Ennetbaden, ab 19 Uhr Plan-/Modellauflage und Erläuterung.

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