Schweiz

Flugsicherung in Turbulenzen: Bund hilft Skyguide mit 400 Millionen Franken

Mit Millionenzuschüssen soll die Flugsicherung aufrecht erhalten werden.

Mit Millionenzuschüssen soll die Flugsicherung aufrecht erhalten werden.

Im Gegenzug für die Staatshilfen soll Skyguide Sparmassnahmen durchführen. Zudem soll das Rentenalter der Fluglotsen angehoben werden.

(wap) Die Coronakrise hat ein tiefes Loch in die Kassen von Skyguide gerissen. Wie der Bundesrat am Mittwoch mitteilte, wird der staatsnahe Betrieb ab Ende Monat in einen Liquiditätsengpass geraten. Grund dafür ist, dass es viel weniger Flugbewegungen gibt, weshalb die Gebührenerträge eingebrochen sind. Für die beiden Jahre 2020 und 2021 müsse Skyguide deshalb mit Verlusten von 400 Millionen Franken rechnen. Das Eigenkapital der privat geführten Firma, deren Aktien grossmehrheitlich dem Bund gehören, betrug Ende 2019 320 Millionen Franken. Es gehe durch die Krise vollständig verloren, heisst es in der Mitteilung des Bundesrates.

Der Bundesrat beantragt deshalb einen Zuschuss von 150 Millionen Franken im Rahmen des Nachtrages IIIb zum Voranschlag 2020 sowie weitere 250 Millionen in einer Nachmeldung zum Voranschlag 2021. Letzterer Betrag ist dabei nicht in Stein gemeisselt: Ob das Geld komplett in das Eigenkapital von Skyguide fliessen soll, oder ein Teil davon als Darlehen gesprochen werden soll, könne man zu einem späteren Zeitpunkt festlegen, so der Bundesrat.

Bedingung für die Staatshilfe sind Sparmassnahmen bei Skyguide. Diese seien bereits eingeleitet worden, ist der Mitteilung zu entnehmen. Ein Sparprogramm werde in den nächsten vier Jahren Entlastungen von 90 bis 100 Millionen Franken bringen. Für die Fluglotsen bedeutet die Staatshilfe, dass sie länger arbeiten müssen. Heute können sie mit 56 Jahren in Pension gehen. Der Bundesrat verlangt nun die Anhebung des Rentenalters auf mindestens sechzig Jahre. Bis Ende 2021 erwartet der Bundesrat vom Management und den Gewerkschaften einen Lösungsvorschlag.

Meistgesehen

Artboard 1