Schweiz

Gäste, Proteste und die Kosten: Das müssen Sie zum WEF 2020 wissen

Am Dienstag beginnt das 50. World Economic Forum. Mit diesen Fakten sind Sie gerüstet für das Treffen in Davos.

Was ist das WEF?

Das World Economic Forum (WEF) ist eine gemeinnützige Stiftung, die vor allem für das von ihr veranstaltete Jahrestreffen in Davos bekannt ist. In diesem Jahr findet es vom 21. bis 24. Januar statt. Beim Treffen im modernen Kongresszentrum Davos kommen international führende Wirtschaftsexperten, Politiker, Intellektuelle und Medienschaffende zusammen, um über die aktuellsten Fragen der Welt zu diskutieren. Gründer des WEF ist Klaus Schwab.

Wer kommt ans WEF?

Insgesamt sind für das WEF mehr als 3000 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur angemeldet. 53 davon sind Staats- und Regierungschefs.

Mitten in der Nahostkrise und dem Impeachment hat auch Donald Trump seinen Besuch in Davos angekündigt. Auch der Präsident der Ukraine kommt nach Davos. Wolodimir Selenskis Besuch ist in doppelter Hinsicht brisant: Zum einen wegen des Flugzeugabsturzes einer ukrainischen Maschine, welcher mehr als 170 Menschen das Leben kostete. Die USA und Kanada vermuten, dass der Iran den Flieger versehentlich mit einer Rakete abgeschossen hat. Zum anderen wegen des Impeachments. Denn dass gegen Donald Trump ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet wurde, liegt an einem Telefonat, das Trump mit Selenski geführt hatte.

Diese Köpfe prägen das diesjährige World Economic Forum:

Auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg kommt ins Bündnerland und wird den Akteuren ins Gewissen reden. In diesem Jahr sind ausserdem alle sieben Schweizer Bundesräte anwesend.

Die Kritik am WEF

Der Widerstand gegen das WEF wird wieder stärker. Nachdem sich zuletzt nur noch Linksradikale, die Juso und lokale Kräfte aus Graubünden gegen das Treffen von Staats- und Wirtschaftschefs auf die Strasse gewagt hatten, ist in diesem Jahr eine Zunahme an Aktivitäten von WEF-Gegnern zu verzeichnen. So gingen beispielsweise am 11. Januar in Luzern rund 250 Menschen auf die Strasse.

Demonstration gegen das WEF in Luzern

Demonstration gegen das WEF in Luzern

Über 10'000 Personen versammelten sich am Freitag in Lausanne zu einem Klimaprotest. Mit dabei war auch die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg. In einer Rede kritisierte sie, dass noch immer zu wenig gegen den Klimawandel gemacht werde:

Greta Thunberg am Klimastreik: "Das ist erst der Anfang!"

Greta Thunberg am Klimastreik: "Das ist erst der Anfang!"

Aktivisten brachen am Sonntag zu einer «Winterwanderung für Klimagerechtigkeit» von Landquart nach Davos auf. Nach Zwischenhalten in Schiers und Klosters wollen die Organisatoren zum WEF-Auftakt am 21. Januar in Davos eintreffen, wo sie an einer Juso-Demonstration teilnehmen werden.

Die Kosten für das WEF

Die Kosten gaben im Vorfeld zu reden. Das WEF selber zahlt 2,25 Millionen Franken für den Schutz der Teilnehmer. Dabei ist der tatsächliche Aufwand massiv höher: Der Kanton Graubünden alleine rechnet mit rund 9 Millionen Franken Kosten für die öffentliche Hand. 32 Millionen Franken verbucht der Bund, etwa für die Überwachung des Luftraumes, für Transportflüge für Staatschefs oder für die Bewachung von Objekten.

Auch die übrigen Kantone zahlen an das WEF. Da Graubünden selber nicht genügend Polizisten zur Verfügung hat, müssen auch solche aus dem Unterland anreisen. Für diesen Einsatz erhalten die Kantone pro Mann und Tag 600 Franken. Dies decke die tatsächlichen Kosten gemäss Kantone längst nicht.

Noch bis Ende 2021 dauert die Vereinbarung mit dem WEF über die Zahlung der 2,25 Millionen Franken. Wird der Kanton Graubünden danach vom WEF mehr Geld verlangen?

Jubiläum: ein Rückblick auf 50 Jahre WEF

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