Bohrungen

Gefährden Erdbohrungen das Zurzacher Thermalwasser?

Erdwärme wird geprüft

Erdwärme wird geprüft

Die Gebiete am Hochrhein sollen nach ihrer Geothermie-Tauglichkeit abgeklopft werden, berichtet der «Südkurier» in der Beilage «Rhy Express». Für Bad Zurzach stellt sich die Frage, ob allfällige Bohrungen Auswirkungen auf das Thermalwasser haben könnten.

Angelo Zambelli

Geothermie hat in den letzten Monaten vor allem in Basel für Schlagzeilen gesorgt. Die Bohrungen führten zu Erderschütterungen, die an Gebäuden nicht unerhebliche Schäden verursachten. Der ramponierte Ruf der Geothermie hinderte das baden-württembergische Regierungspräsidium in Freiburg im Breisgau nicht daran, einem Unternehmen eine Konzession zur geologischen Erkundung des Hochrheins zu erteilen. Das Untersuchungsfeld erstreckt sich laut «Südkurier» auf deutscher Seite des Rheins von Bad Säckingen bis Lotstetten. Die ersten Ergebnisse der geologischen Untersuchung sollen bis Ende des Jahres vorliegen. Gut möglich also, dass in den nächsten Jahren die ersten Erkundungsbohrungen durchgeführt werden – wäre da nicht das liebe Geld. Für den Bau eines Geothermie-Kraftwerks wird mit einem zweistelligen Millionenbetrag (in Euro) gerechnet. Die Panne Basel indes macht die Suche nach Investoren auch auf deutscher Seite nicht einfacher.

Thermalwasser tangiert?

Gegenüber dem «Südkurier» sagte Thomas Kohl, Geschäftsführer der konzessionierten GKW Hochrhein, er schliesse eine Gefährdung von Thermalquellen im Untersuchungsfeld für ausgeschlossen, Die Bohrungen nach Erdwärme würden die Heilquellenschutzgebiete nicht tangieren. Durch die Nutzung der Geothermie werde dem Untergrund zumindest dauerhaft kein Thermalwasser entzogen. Ausserdem lägen die Tiefenbereiche für die Erdwärmenutzung mit über 3000 Metern wesentlich tiefer als bei Thermalvorkommen, die im Bereich von 1000 Metern lägen.

«Beobachten Entwicklung»

Markus Scheubli, Bauingenieur und Verwaltungsrat der Thermalquelle AG, sagte auf Anfrage der Aargauer Zeitung, man werde die Entwicklung aufmerksam beobachten und gegebenenfalls bei den politischen Stellen in Freiburg intervenieren. Scheubli verweist darauf, dass die Thermalquelle AG über Geräte verfügt, die in der Lage sind, den Druckspiegel und die Gesamtschüttung der Quelle minuziös aufzuzeichnen.

Meistgesehen

Artboard 1