Crash auf A1

Geisterfahrerin kracht in Weibel von Bundesrat Alain Berset

Geisterfahrerin kracht in Weibel von Bundesrat Alain Berset

Geisterfahrerin kracht in Weibel von Bundesrat Alain Berset

Am Wochenende ist der Solothurner Bundesratsweibel wegen einer Geisterfahrerin verunfallt und liegt nun im künstlichen Koma.

Eine Geisterfahrerin krachte in der Nacht auf Samstag auf der Autobahn bei Cougevaux FR in einen Seat. Am Steuer sass der junge Weibel von Bundesrat Alain Berset. Der 26-Jährige befindet sich im künstlichen Koma.

Zwei schwer verletzte Autolenker, zwei Fahrzeuge mit Totalschaden. In der Nacht auf Samstag war eine 34-Jährige in Richtung Avenches unterwegs – allerdings auf der falschen Seite der Autobahn A1. Die Geisterfahrerin krachte kurz nach Mitternacht in einem Tunnel mit voller Wucht in einen Seat. Ihr Fahrzeug fuhr nach dem Zusammenprall noch rund 350 Meter weiter und kam an einer Mauer zum Stehen. Die beiden Lenker wurden ins Inselspital gebracht. Der verletzte Seat-Fahrer wurde laut «Blick» ins künstliche Koma versetzt. Er soll ausser Lebensgefahr sein.

Beim 26-Jährigen handelt es sich um den Weibel von Bundesrat Alain Berset. Er ist unter der Woche in Bern zuhause, lebte aber quasi sein halbes Leben lang im Kanton Solothurn. Weil seine leiblichen Eltern drogenabhängig waren, wurde er in einer Pflegefamilie untergebracht. Acht Jahre verbrachte er als Kind im Internat im Sonderpädagogischen Zentrum Bachtelen in Grenchen. Nach seiner Schulzeit machte er im Hotel Krone in Solothurn die Lehre als Restaurationsfachmann. Mit 23 Jahren war er Chef de Service.

Berufswunsch Butler

Vor einigen Jahren sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung: «Alles, was ich erreicht habe, verdanke ich dem Bachtelen und seinen Mitarbeitern. Denn dort habe ich den grössten Teil meines Lebens verbracht.» Im Schulheim ist man tief betroffen vom Unfall des ehemaligen Schülers. «Wenn man die Bilder sieht, ist man froh, dass niemand gestorben ist», so Christoph Koch gegenüber dem Fernsehsender «TeleM1».

Zukunftspläne äusserte der gebürtige Waadtländer im erwähnten Gespräch diverse, immer in Verbindung mit Serviceaufgaben. Diese gehören nun als Bundesratsweibel auf jeden Fall zu seinem Job. Er steht Bundesrat Alain Berset zur Seite und begleitet ihn auch zu offiziellen Anlässen wie Ende Januar am Vogel Gryff in Basel. Christoph Koch erinnert sich, dass der heute 26-Jährige in der Schule beim Berufswunsch Butler notierte. «Und jetzt hat er etwas Ähnliches erreicht, das finde ich grandios.» Nach dem schweren Unfall vom Samstag leidet Koch mit. «Man fragt sich, ob es wieder gut kommt und er seinen Weg weitergehen kann.» Auf der anderen Seite gebe es Menschen, denen bleibe einfach nichts erspart.

Seltene Unfälle

Warum die 34-Jährige auf der falschen Seite der Autobahn A1 fuhr und den Bundesratsweibel in seinem Auto abschoss, kann die Kantonspolizei Fribourg derzeit nicht sagen. Man konnte die verletzt im Spital liegende Unfallverursacherin noch nicht befragen. Laut dem Bundesamt für Unfallverhütung sind Unfälle mit Geisterfahrern selten. Speziell: Die Hälfte der Geisterfahrten haben ihren Ursprung beim Wenden auf offener Strecke.

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